7 Tage Usbekistan: Route Buchara – Samarkand – Taschkent

Eine Woche in Usbekistan – das sind drei Städte der Seidenstraße: Buchara, Samarkand und Taschkent. Ich plante meine Route von Westen nach Osten: Ich begann in der am weitesten entfernten Stadt und bewegte mich Schritt für Schritt auf die Hauptstadt zu. Hier zeige ich, wie ich die Tage aufgeteilt habe, womit ich zwischen den Städten unterwegs war und was ich in jeder von ihnen geschafft habe.

Frau mit Suzani-Tuch am Chor-Minor – Medrese mit vier Minaretten in Buchara
Chor-Minor in Buchara – eine kleine Medrese mit vier Türmen, versteckt in einem Wohnviertel

Wie diese Route aufgebaut ist

Buchara – 3 Tage, Samarkand – 2 Tage, Taschkent – der Rest der Woche. Zwischen Buchara und Samarkand fuhr ich mit dem Bus, von Samarkand nach Taschkent mit dem Zug. Beide Etappen dauern weniger als einen halben Tag, sodass kein einziger Tag komplett auf der Strecke verloren geht.

Warum in diese Richtung und nicht umgekehrt? In Taschkent liegt der wichtigste internationale Flughafen des Landes. Wer in Buchara startet, nähert sich Stück für Stück dem Abflugort und verbringt die letzte Nacht in der Stadt, von der aus es nach Hause geht. Wenn eure Tickets anders liegen – die Route funktioniert genauso gut in umgekehrter Richtung.

Ein paar Worte zu den Städten, falls ihr euch gerade erst einlest. Buchara ist eine kompakte Altstadt, in der fast alles zu Fuß erreichbar ist: Medresen, Minarette und Handelskuppeln stehen dort wie vor Jahrhunderten. Samarkand ist die Stadt der großen Ensembles: Registan, Shah-i-Zinda, Gur-Emir – alles monumental und repräsentativ. Taschkent ist die moderne Hauptstadt mit sowjetischem Modernismus, der schönsten Metro Zentralasiens und einem riesigen Basar.

Tag 1. Buchara: Altstadt und Po-i-Kalyan

Der erste Tag gehört dem Zentrum von Buchara. Transport braucht man hier keinen: Von den Handelskuppeln bis zum Po-i-Kalyan-Platz sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Mein wichtigster Tipp: Sucht euch eine Unterkunft nahe dem historischen Zentrum – dann ist tagsüber wie abends alles nur wenige Minuten vom Hotel entfernt.

Blick auf die Handelskuppeln und das Kalyan-Minarett von der Ulugbek-Medrese in Buchara
Das alte Buchara von oben: Handelskuppeln und das Kalyan-Minarett

Das wichtigste Ensemble der Stadt ist Po-i-Kalyan: das 48 Meter hohe Minarett aus dem 12. Jahrhundert, die Kalyan-Moschee und die noch aktive Medrese Mir-i-Arab. Der Zugang zum Platz ist frei, ein Ticket braucht man nur für die Moschee (rund 30.000 Sum, ~2,50 $ / ~2,30 €). Gleich daneben steht die Abdulaziz-Khan-Medrese mit den beeindruckendsten Muqarnas-Gewölben der Stadt: Der Hof ist kostenlos, und für ein kleines Ticket (~20.000 Sum) darf man in den ehemaligen Unterrichtsraum mit einem Museum für Holzschnitzerei.

Kommt am Abend unbedingt noch einmal zum Po-i-Kalyan zurück: Mit Beleuchtung wirkt der Platz völlig anders als am Tag.

Buchara am Abend: das Kalyan-Minarett und die Holzsäulen der Bolo-Hauz-Moschee

Eine ausführliche Übersicht aller Orte der Altstadt – mit Preisen, GPS und der besten Reihenfolge – gibt es im eigenen Guide: Buchara, Usbekistan – 8 Orte, die man gesehen haben muss.

Tag 2. Buchara: Ark, Samaniden-Mausoleum und der Palast des Emirs

Der Vormittag des zweiten Tages gehört dem westlichen Teil des Zentrums, wieder alles zu Fuß. Die Zitadelle Ark – Residenz der Herrscher von Buchara mit massiven Lehmmauern – nimmt mit den Museen im Inneren anderthalb Stunden in Anspruch. Gegenüber steht die Bolo-Hauz-Moschee mit ihrem Iwan auf zwanzig geschnitzten Säulen – noch einmal zwanzig Minuten. Weiter durch den Park liegt das Samaniden-Mausoleum, eines der ältesten Gebäude Zentralasiens (9.–10. Jahrhundert): ein kleiner Ziegelwürfel, dessen Muster allein aus dem Mauerwerk entsteht; daneben das Chashma-Ayub-Mausoleum mit seiner ungewöhnlichen Kegelkuppel. Ehrlich gesagt ist dieses Programm bis zum Mittag erledigt – deshalb hob ich mir den Palast des Emirs für den Nachmittag auf.

Haupttor der Zitadelle Ark mit zwei Türmen im Sonnenuntergang
Das Tor der Zitadelle Ark – von hier regierten die Emire Buchara
Ismail-Samani-Mausoleum im Abendlicht – ein Ziegelwürfel mit Ornamentmauerwerk
Das Samaniden-Mausoleum: Das Gebäude ist über tausend Jahre alt

Nach dem Mittagessen nehmt ein Taxi nach Sitorai Mokhi-Khosa – der Sommerresidenz des letzten Emirs von Buchara, 20–30 Minuten vom Zentrum entfernt. Der Palast ist ein überraschender Ort: Außen ein Tor mit Mosaiken wie an einer Medrese, innen der Weiße Saal, in dem geschnitzter Gantsch (Alabasterschnitzerei) über Spiegel gelegt ist, dazu Kristallleuchter und Kachelöfen aus Sankt Petersburg. Diese Mischung aus Orient und Europa habe ich sonst nirgends in Usbekistan gesehen. Für den Palast und die drei Museen im Inneren solltet ihr zwei bis drei Stunden einplanen.

Sitorai Mokhi-Khosa – der Sommerpalast des letzten Emirs von Buchara

Weißer Saal des Palastes mit geschnitztem Gantsch und Kristallleuchter
Der Weiße Saal: Gantsch-Schnitzerei über einer Spiegelbasis

Alle Details zum Palast und seinen Sälen gibt es im eigenen Artikel: Sitorai Mokhi-Khosa – der Sommerpalast des letzten Emirs in Buchara.

Tag 3. Buchara: Chor-Bakr, Plov und Chor-Minor

Am Vormittag: Chor-Bakr, die Nekropole der Familie der Juybar-Scheichs in einem ehemaligen Vorortdorf, 20 Minuten mit dem Taxi vom Zentrum. Man nennt sie die „Stadt der Toten“: Sie hat eigene Straßen, Höfe und Tore, nur stehen statt Häusern Familiengrabstätten. Dabei ist der Ort überhaupt nicht düster: ein Garten, ein Teich mit Enten, Pfauen und kaum Touristen. Ein paar Stunden reichen hier; die ausführliche Route steht im Artikel Chor-Bakr-Nekropole in Buchara – der komplette Guide.

Chor-Bakr: Die Nekropole hat eigene Straßen und Plätze

Rote Katze läuft über die Ziegelmauer von Chor-Bakr zwischen gelbem Laub
Ein Bewohner der Nekropole

Das Mittagessen an diesem Tag ist der Anlass, Bucharas Plov zu probieren. Plov wird hier gegen Mittag zubereitet, und am späten Nachmittag ist er vielerorts schlicht ausverkauft – verschiebt ihn nicht auf den Abend. Wo man in Buchara Plov und anständigen Kaffee findet, steht am Ende des Buchara-Guides.

Nach dem Essen lauft zum Chor-Minor – der kleinen Medrese mit vier Türmen mitten in einem Wohnviertel. Sie gleicht keinem anderen Bauwerk der Stadt und steht zwischen ganz normalen Häusern: Touristen verirren sich seltener hierher, und das Viertel lebt sein eigenes Leben. Der Rest des Tages: Handelskuppeln, Souvenirs und ein letzter Abend in der Altstadt.

Chor-Minor: vier Minarette mit grünen Kuppeln und Bogeneingang
Chor-Minor – ein Fall, in dem Fotos täuschen: In echt ist er ziemlich klein

Tag 4. Mit dem Bus nach Samarkand und der Registan am Abend

Am Morgen steht der Ortswechsel an. Von Buchara nach Samarkand sind es rund 270 Kilometer, der Bus braucht 4–5 Stunden. Das ist eine bequeme Tagesvariante: moderne Fernbusse mit Klimaanlage, und anders als beim Schnellzug muss man die Tickets nicht einen Monat im Voraus kaufen.

Innenraum des Busses Buchara – Samarkand und Tüte des Busunternehmens AllComfort
Im Bus auf dem Weg nach Samarkand

Tickets gibt es auf zwei Wegen: online auf der offiziellen Busbahnhof-Website avtoticket.uz oder vor Ort am Schalter des Busbahnhofs – ich kaufte am Schalter, freie Plätze gab es. Das Ticket kostet etwa 90.000–110.000 Sum (~7–9 $ / ~6,50–8 €); die Preise ändern sich, die aktuellen stehen auf der Website. Der Busbahnhof von Buchara liegt nicht in der Altstadt, plant also 15–20 Minuten mit dem Taxi ein.

Der Bus kommt am Busbahnhof von Samarkand an, und der liegt am Stadtrand. Kein Problem: Ihr bestellt ein Taxi per Taxi-App, und nach 15–20 Minuten seid ihr im Zentrum. Die Fahrt kostet etwa 15.000–25.000 Sum (~1,50–2 $ / ~1,40–1,90 €).

Bus Buchara → Samarkand

  • Entfernung: ~270 km, Fahrzeit 4–5 Stunden
  • Tickets: online auf avtoticket.uz oder am Schalter des Busbahnhofs
  • Preis: ~90.000–110.000 Sum (~7–9 $ / ~6,50–8 €)
  • Busbahnhof Buchara: außerhalb der Altstadt, 15–20 Minuten mit dem Taxi
  • Ankunft: Busbahnhof Samarkand am Stadtrand, weiter per Taxi-App ins Zentrum (~15.000–25.000 Sum)

Nach dem Einchecken geht es zum Registan – am besten gegen 16–17 Uhr. Das ist der Hauptplatz von Samarkand und wohl der bekannteste Ort ganz Zentralasiens: drei Medresen aus dem 15.–17. Jahrhundert, vom Boden bis zu den Kuppeln mit Mosaiken bedeckt. Der Sinn des späten Nachmittags: Mit einem einzigen Ticket (~100.000 Sum, ~8 $ / ~7,50 €) seht ihr den Platz dreimal – bei Tageslicht, im Sonnenuntergang und mit nächtlicher Beleuchtung.

Registan-Platz in Samarkand im Sonnenuntergang – drei Medresen und Minarette
Der Registan am Abend, wenn die Tagesgruppen schon abgereist sind
Goldene Decke der Tilla-Kari-Medrese am Registan
Die Kuppel der Tilla-Kari-Moschee: Die vergoldete Malerei erzeugt eine Illusion von Tiefe
Tilla-Kari-Medrese mit nächtlicher Beleuchtung
Der Registan mit nächtlicher Beleuchtung

Die komplette Analyse des Platzes – welche Medrese wofür gebaut wurde, was drinnen ist und wie man alles abgeht – gibt es im Artikel Registan in Samarkand: der vollständige Guide.

Tag 5. Samarkand: Gur-Emir, Handwerk und Shah-i-Zinda am Abend

Beginnt den Morgen mit dem Gur-Emir – der Grabstätte Tamerlans unweit des Registan. Von außen sind das eine türkisfarbene Rippenkuppel und zwei Minarette, innen ein Saal, in dem Wände und Kuppel mit Vergoldung überzogen sind. Der Eintritt für Ausländer liegt bei 50.000–75.000 Sum (~4–6 $ / ~3,70–5,50 €), Tickets gibt es vor Ort, am besten in bar. Morgens ist es hier am ruhigsten: Die großen Gruppen kommen erst im Laufe des Tages.

Gur-Emir: Tamerlans Grabstätte von außen und von innen

Schaut mittags im Handwerkszentrum in der ehemaligen Karawanserei und in den Läden der Künstler vorbei – das ist die ruhigste Zeit, um ohne Eile Keramik auszusuchen.

Wand mit bemalten Samarkander Keramiktellern im Handwerkszentrum
Bemalte Teller im Handwerkszentrum

Steigt gegen Abend hinauf zur Hazrat-Khizr-Moschee – sie steht auf einem Hügel direkt gegenüber der Shah-i-Zinda, deshalb lassen sich beide gut als Paar besichtigen. Innen gibt es einen bemalten Iwan und eine Terrasse mit Blick über die Stadt, der Eintritt ist günstig (~20.000 Sum, ~1,50 $ / ~1,40 €).

Vertikale Fassade der Hazrat-Khizr-Moschee mit Fliesen und Holzsäulen
Hazrat-Khizr – die Moschee auf dem Hügel gegenüber der Shah-i-Zinda

Die Shah-i-Zinda – eine Straße aus Mausoleen, an der fast achthundert Jahre lang gebaut wurde, vom 11. bis ins 19. Jahrhundert – hob ich mir für das Ende des Tages auf, und das nicht zufällig. Am besten kommt man eine Stunde vor Sonnenuntergang: Erst fängt die Majolika das letzte Licht, dann geht die Beleuchtung an, und die schmalen Gänge zwischen den Grabbauten wirken völlig anders als am Tag. Gegen Abend werden zudem die Gruppen weniger – es ist ein aktiver Wallfahrtsort, und tagsüber herrscht hier dichter Andrang.

Treppe mit 40 Stufen in der Nekropole Shah-i-Zinda
Der Eingang zur Shah-i-Zinda beginnt mit einer Treppe aus 40 Stufen

Shah-i-Zinda: achthundert Jahre Bauzeit und Dutzende Blautöne

Zu Abend aß ich im „Karimbek“ – einem großen Stadtrestaurant, in das auch die Samarkander selbst gehen: Schaschlik, Baklava und eine Kanne Tee kosten etwa 10 $ (~9 €) pro Person.

Schaschlik mit marinierten Zwiebeln und gebackenen Tomaten im Restaurant Karimbek
Schaschlik im „Karimbek“

Wie ich die Zeit zwischen diesen Orten aufgeteilt habe, steht im Guide Samarkand in 2 Tagen – der Stadtführer, und zur Shah-i-Zinda und zum Gur-Emir gibt es eigene ausführliche Artikel: Shah-i-Zinda: Guide zur Mausoleen-Straße von Samarkand und Das Gur-e-Amir-Mausoleum in Samarkand.

Tag 6. Mit dem Zug nach Taschkent

Von Samarkand nach Taschkent fährt man am bequemsten mit der Bahn – rund 300 Kilometer. Ich fuhr mit dem „Sharq“ – dem klassischen Tageszug auf der Strecke Taschkent – Buchara über Samarkand: Die Waggons sind in Abteile mit weichen Sesseln und Tischchen unterteilt, die Fahrt dauert etwa dreieinhalb Stunden. Der große Vorteil: Tickets bekommt man problemlos noch wenige Tage vorher. Es gibt auch die schnelle Variante – den „Afrosiyob“ (ein spanischer Talgo, bis 250 km/h), der dieselbe Strecke in 2 Stunden 10 Minuten schafft. Aber er hat einen Haken: Die Tickets sind, besonders in der Saison, Wochen im Voraus ausverkauft – man muss also deutlich früher buchen.

Innenraum des Bahnhofs von Samarkand – Kronleuchter, Marmortreppe und Usbekistan-Karte
Die Halle des Samarkander Bahnhofs

Unser „Sharq“ nach Taschkent

Zug Samarkand → Taschkent

  • „Sharq“ und reguläre Züge: 3,5–4 Stunden, Tickets oft noch wenige Tage vorher erhältlich; 2. Klasse ~200.000 Sum (~16 $ / ~15 €)
  • „Afrosiyob“ (Schnellzug): 2 Stunden 10 Minuten, Economy ~294.000 Sum (~23 $ / ~21 €), 2–4 Wochen im Voraus buchen
  • Wo kaufen: offizielle Website eticket.railway.uz, App Uzbekistan Railways oder Bahnhofsschalter

Am Abend seid ihr in Taschkent. Wenn noch Energie übrig ist, spaziert durchs Zentrum: der Amir-Timur-Platz, die Fußgängerstraße und der beleuchtete Ezgulik-Bogen am Unabhängigkeitsplatz.

Ezgulik-Bogen mit Storchenfiguren am Unabhängigkeitsplatz in Taschkent
Der Ezgulik-Bogen im Sonnenuntergang – die Störche gelten hier als Symbol für Frieden und Güte

Tag 7. Taschkent: Chorsu-Basar, Metro und das Polovtsev-Haus

Beginnt den letzten Tag am Chorsu-Basar – auf den Markt geht man hier morgens, dann ist er am lebendigsten. Gewürze, Trockenfrüchte, Nüsse, Halva, Reihen mit fertigem Essen – kommt hungrig und mit Bargeld. Hier lässt sich auch bequem alles Essbare besorgen, das man mit nach Hause nehmen möchte.

Türkisfarbene Kuppel des Chorsu-Basars von innen
Unter einer der Kuppeln des Chorsu

Gewürze und Trockenfrüchte – dafür kommen auch die Taschkenter selbst zum Chorsu

Vom Basar aus fährt man am besten mit der Metro weiter – die Station „Chorsu“ liegt gleich nebenan. Die Metro von Taschkent eröffnete 1977 als erste Zentralasiens, und jede Station ist anders gestaltet: An der „Kosmonavtlar“ hängen Medaillons mit Kosmonauten, an der „Uzbekistan“ Leuchter in Form geöffneter Baumwollkapseln, die „Alisher Navoiy“ hat blaue Kuppeln wie in einer Medrese. Eine Fahrt kostet rund 1.700 Sum (~0,15 $ / ~0,14 €).

Blaue bemalte Kuppeln der Metrostation Alisher Navoiy in Taschkent
Die Station „Alisher Navoiy“

„Kosmonavtlar“ und „Uzbekistan“ – jede Station hat ihr eigenes Thema

Zum Mittagessen lohnt die Fahrt zum Plov-Zentrum „Besh Qozon“ (Adresse: Iftixor ko’chasi, 1 – direkt am Fernsehturm, in der Taxi-App unter dem Namen zu finden), wo Plov in riesigen Kesseln über offenem Feuer zubereitet wird. Kommt am besten gegen Mittag, bevor er ausverkauft ist. Wer nirgendwohin fahren mag, wird auch in den Essensreihen des Chorsu selbst satt.

Nach dem Mittagessen: das Museum für Angewandte Kunst im Polovtsev-Haus. Von außen ein gewöhnliches Stadthaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts, innen Säle, die vollständig mit geschnitztem Gantsch und Malereien bedeckt sind, dazu eine Sammlung von Keramik, Stickerei und Miniaturen. Der Eintritt liegt bei rund 40.000 Sum (~3 $ / ~2,80 €).

Das Polovtsev-Haus: bescheidene Fassade und alles andere als bescheidene Innenräume

Von dort ist es nicht weit zum Human House – einer Galerie mit Laden lokaler Kunsthandwerker, wo man Keramik, Suzani und Postkarten hiesiger Künstler kaufen und dazu im Innenhof einen Tee trinken kann. Der Eintritt ist frei.

Regale mit handgemachter Keramik, Büchern und Textilien im Human House
Human House – die beste Adresse für lokale Souvenirs

Die ausführliche Ein-Tages-Route durch die Hauptstadt – mit allen Adressen und der Reihenfolge der Stationen – gibt es hier: Taschkent an einem Tag: der komplette Spaziergang, und zum Polovtsev-Haus gibt es einen eigenen Artikel: Das Museum für Angewandte Kunst in Taschkent.

Praktische Informationen

Usbekistan in 7 Tagen – kompakt

  • Route: Buchara (3 Tage) → Bus → Samarkand (2 Tage) → Zug → Taschkent (2 Tage)
  • Anreise aus Deutschland: Uzbekistan Airways fliegt direkt ab Frankfurt nach Taschkent (ca. 6,5 Stunden); aus Österreich und der Schweiz meist mit Umstieg in Istanbul (Turkish Airlines)
  • Weiter nach Buchara: Inlandsflug ab Taschkent (~1 Stunde) oder Nachtzug; Buchara hat einen eigenen Flughafen
  • Währung: Usbekischer Sum (UZS); 1 $ ≈ 12.000–13.000 Sum, 1 € ≈ 13.000–14.000 Sum. Karten werden in Hotels und Restaurants akzeptiert, für Basare, Tickets und Taxis braucht man Bargeld
  • Taxi: Taxi-Apps funktionieren in allen drei Städten – eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet selten mehr als 2 $ (~1,90 €)
  • Internet: Eine lokale SIM-Karte gibt es am Flughafen gegen Vorlage des Reisepasses, sie kostet wenig
  • Beste Reisezeit: April–Juni und September–Oktober. Im Juli und August liegen die Temperaturen konstant über +35 °C
  • Visum: Deutsche Staatsbürger reisen visumfrei bis 30 Tage ein, das gilt auch für Österreich und die Schweiz; Regeln ändern sich, vor der Reise prüfen

Noch ein Wort zum Essen: Plov ist in Usbekistan keine Beilage, sondern das Hauptgericht, und jede Stadt bereitet ihn anders zu – probiert ihn überall und vergleicht. Ansonsten: Schaschlik, Samsa aus dem Tandur, Fladenbrot und auf den Basaren Halva und Trockenfrüchte.

Und zum Tempo. Sieben Tage für drei Städte sind komfortabel: keine Hetze, aber auch keine leeren Tage. Wer kürzen muss: Das Programm des dritten Buchara-Tages lässt sich gut auf die ersten beiden verteilen, und Taschkent schrumpft auf einen Tag. Einen achten Tag, falls vorhanden, würde ich Buchara schenken – dort möchte man am meisten einfach ohne Plan durch die Gassen laufen.

Statt eines Fazits

Usbekistan erwies sich als bequemes Land für eine individuelle Reise: Der Transport zwischen den Städten ist übersichtlich, Tickets kauft man online, Taxis sind günstig. Eine Woche reicht, um alle drei Städte in Ruhe zu sehen. Und wer weitermachen möchte: Im Westen des Landes wartet noch Chiwa – die habe ich mir für die nächste Reise aufgehoben.

FAQ

Wie viele Tage braucht man für Usbekistan?

Eine Woche ist das optimale Minimum für die drei wichtigsten Städte: 3 Tage in Buchara, 2 in Samarkand und 1–2 in Taschkent. Mit 10 Tagen lässt sich Chiwa ergänzen – die vierte Seidenstraßen-Stadt im Westen des Landes.

Wie komme ich von Buchara nach Samarkand?

Mit dem Bus (4–5 Stunden, ~90.000–110.000 Sum) oder mit dem Zug. Bustickets gibt es online auf avtoticket.uz und am Schalter des Busbahnhofs. Der Bus kommt am Busbahnhof am Rand von Samarkand an, von dort sind es 15–20 Minuten per Taxi-App ins Zentrum.

Muss man Zugtickets im Voraus kaufen?

Für den Schnellzug „Afrosiyob“ ja – 2–4 Wochen vorher, besonders im Frühjahr und Herbst. Für reguläre Züge und den „Sharq“ gibt es Tickets meist noch wenige Tage vorher. Am bequemsten kauft man auf eticket.railway.uz oder in der App Uzbekistan Railways.

Wann ist die beste Reisezeit für Usbekistan?

April–Juni und September–Oktober: warm, aber nicht heiß. Im Sommer steigen die Temperaturen regelmäßig über +35 °C, und die Städte tagsüber zu besichtigen ist anstrengend. Im Winter gibt es wenige Touristen, dafür kann es kalt und grau sein.

Ist die Reise teuer?

Nein. Eintrittskarten kosten 2–8 $ (~2–7,50 €), eine Taxifahrt in der Stadt 1–2 $, ein Abendessen im guten Restaurant 10–15 $ (~9–14 €) pro Person. Die Hauptposten sind Flug und Hotels.

Wie komme ich von Deutschland nach Usbekistan?

Uzbekistan Airways fliegt direkt von Frankfurt nach Taschkent, die Flugzeit beträgt rund 6,5 Stunden. Aus anderen Städten sowie aus Österreich und der Schweiz fliegt man am einfachsten mit Turkish Airlines über Istanbul. Deutsche Staatsbürger reisen visumfrei bis 30 Tage ein.

Kann man die Route auch in umgekehrter Richtung fahren?

Ja, die Route ist symmetrisch: Taschkent → Samarkand → Buchara funktioniert genauso. Mit Buchara zu beginnen ist praktisch, wenn ihr ab Taschkent zurückfliegt – so endet die Reise in der Abflugstadt.

Ist es sicher, allein durch Usbekistan zu reisen?

Ja, für Touristen ist es eines der entspanntesten Länder der Region. Die Menschen sind freundlich und begegnen Reisenden mit Interesse. Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen – wie auf jeder Reise.

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