Museum für angewandte Kunst in Taschkent: Kompletter Guide
Ich nehme euch mit ins Staatliche Museum für angewandte Kunst Usbekistans in Taschkent — das ehemalige Polowzew-Haus von 1907. Ich gehe Saal für Saal durch: Aiwan, Prunksaal mit Brunnen, Keramik, Miniaturmalerei, Lackkunst, Suzani, Ikat, Teppiche, Instrumente. Am Ende: Adresse, Preise, Öffnungszeiten und wie man hinkommt.

Was ist das für ein Ort
Das Wohnhaus wurde 1907 für den russischen Diplomaten Alexander Polowzew gebaut. Polowzew engagierte keinen modischen europäischen Innenausstatter — er rief Meister aus dem damaligen Turkestan zusammen: aus Choresm, Buchara, Samarkand und Fergana. Mehrere Jahre lang verwandelten sie ein Haus mit europäischem Grundriss von innen in einen orientalischen Palast. Ganch (geschnitzter Gips), Wandmalerei, eingelegte Decken, Majolika — alles in Handarbeit, und fast alles ist bis heute erhalten.
Zum Museum wurde das Haus 1937, als hier eine Ausstellung volkstümlich-angewandter Kunst eröffnete. Danach begann man systematisch zu sammeln. Heute umfasst der Bestand über 7000 Objekte. Für mich ist das der beste Ort, um alles Sehenswerte aus der usbekischen angewandten Kunst auf einen Blick zu sehen: Keramik, Ikat, Suzani, Lackminiaturen, Metalltreibarbeit und Holzschnitzerei. Wer schon einmal im Berliner Museum für Islamische Kunst war, wird hier einen ganz ähnlichen Wow-Moment erleben — nur lebendiger, weil das Gebäude selbst ein Exponat ist.
Aiwan und Vorhof
Mit dem Aiwan beginne ich, denn von hier aus startet auch der Museumsbesuch. Ein Aiwan ist eine offene, überdachte Veranda vor dem Eingang — am ehesten vergleichbar mit einer Terrasse. In traditionellen usbekischen Häusern sitzt man hier, trinkt Tee und empfängt Gäste. Bei Polowzew hat der Aiwan europäische Proportionen — hoch und symmetrisch — aber die Ausstattung ist rein orientalisch: Wände in Majolika, eine eingelegte Holzdecke und geschnitzte Säulen.



Der große Saal mit Brunnen und bemalter Kuppel
Vom Aiwan führen die Türen direkt in den Hauptsaal. Das ist wahrscheinlich der berühmteste Raum Taschkents — und ich verstehe, warum. In der Mitte steht ein niedriger Marmorbrunnen mit achteckigem Becken, ringsum Fenster zum Garten, in der Ecke eine riesige dekorative Mihrab-Nische. Die Decke ist eingelegt und hat eine beleuchtete Kuppel. Am stärksten beeindruckt hat mich, dass keine einzige Wandfläche leer geblieben ist. Jeder Zentimeter ist bemalt oder geschnitzt.





Durchbrochene Nischen sind ein typisches Detail usbekischer Häuser. Jede einzelne wurde gesondert geschnitzt und von Hand bemalt
Decke und Schnitzerei — was kommt aus welcher Region
Das Highlight im großen Saal ist für mich die Decke. Sie ist keine durchgehende Kuppel, sondern ein komplexes System aus Balken, Kassetten und Stalaktiten — die sogenannten Muqarnas, das ist das arabische Wort für die mehrstufigen, hängenden Vorsprünge. Ein Teil der Schnitzerei stammt von Meistern aus Chiwa, ein anderer Teil aus Buchara, und der Stil ist deutlich unterschiedlich: die chiwinische Arbeit ist feiner und geometrischer, die bucharische gröber und mit pflanzlichen Mustern.



Die geometrische Komposition baut sich um einen achtzackigen Stern auf — ein Klassiker zentralasiatischer Ornamentik. Die Ecken der Muqarnas sind so angelegt, dass das Licht der Kronleuchter sie im Tagesverlauf unterschiedlich modelliert


Säulen, Türen und der Brunnen aus der Nähe
Die Säulen sind aus Karagatsch-Holz (eine zentralasiatische Ulme) geschnitten, die Türen aus Walnuss. Karagatsch ist hart und feinjährig — bis heute werden in Buchara daraus Türen und Säulen gefertigt. Die Schnitzerei ist nicht einfach reliefartig, sondern durchbrochen — wie Spitze, nur aus Holz.


Links der Säulenfuß: versilbert mit Blattgold-Einlagen, durchbrochene Schnitzerei von oben bis unten. Rechts eine Walnusstür, deren Schnitzerei die gesamte Fläche bedeckt


Erzählende Wandmalereien neben dem Hauptsaal
In der Ecke des großen Saals führt ein Durchgang in kleine Prunkräume — fast schon Alkoven. Genau dort findet sich der eindrucksvollste Schmuck im ganzen Haus — kein Ornament, sondern figürliche Malerei. Hochzeiten, Werkstätten, Szenen aus dem Stadtleben.




Der Keramiksaal
Nach den Prunkräumen beginnt der eigentliche Sammlungsteil. Der erste Raum hat grüne Wände und große Fenster zum Garten — nach dem Trubel des großen Saals war es hier herrlich ruhig. Drei Hauptschulen sind vertreten: Rischtan (erkennbar an der türkisen Glasur, aus dem Ferganatal), Gischduwan (erdige Töne, bucharische Schule) und Urgut. Auf einigen Tellern sieht man die Stempel der Meister.




Die Decken im Keramiksaal sind schlichter als im Hauptsaal, aber trotzdem von Hand bemalt. Geometrische und pflanzliche Ornamente wechseln sich auf den Balken ab
Korridor mit Miniaturen und alter Standuhr
Aus dem Keramiksaal gelangt man in einen langen Korridor — ein Übergang mit Eichenpaneelen, Fischgrätparkett und einer alten Pendeluhr am Ende. Dieser Teil des Hauses ist fast in seinem ursprünglichen Wohnzustand erhalten — also so, wie es zu Polowzews Zeiten war. An den Wänden dieses Korridors hängt die Sammlung der usbekischen Buchminiaturen.

Es handelt sich nicht um mittelalterliche, sondern um moderne usbekische Schule — Arbeiten vom Ende des 20. Jahrhunderts, hauptsächlich von F. Rachmatillajew und seinem Umkreis. Stilistisch bleiben sie traditionell, ähnlich den persischen Miniaturisten: Gouache und Tempera auf Leder oder Papier, kleines Format, feinste Details.



Links und rechts einzelne Figuren in traditionellen Gewändern. Die Beschriftungen sind in vier Sprachen: Usbekisch, Englisch, Russisch und Türkisch


Die Sujets wiederholen sich: Paare unter Bäumen, Musiker, Jagdszenen, höfische Szenen. Das ist der Kanon, nach dem schon die mittelalterlichen Meister arbeiteten



Tanz und Jagd — zwei weitere klassische Sujets. Der Lederuntergrund verleiht dem Bildhintergrund einen warmen Ton

Saal der Goldstickerei (Zarduzi) und Holzschnitzerei
Nach dem Miniaturen-Korridor kam ich in den Saal der bucharischen Goldstickerei — Zarduzi. Gestickt wird mit Gold- und Silberfaden auf Samt, klassisch auf Käppchen, Kaftanen und festlichen Decken. Im Museum hängen einige riesige Tücher — früher waren das entweder Banner oder Zeremonialdecken für Empfänge. Wenn man davorsteht, begreift man: Eine solche Arbeit bedeutet Monate über Monate Handarbeit einer einzigen Person.



Saal der Lackminiatur
Lackdosen, Teller, ganze Schachspiele. Die Lackminiatur kam aus Persien nach Usbekistan und blühte erst im 20. Jahrhundert, also in der Sowjetzeit, richtig auf. Die Technik: Zuerst überzieht man die Form mit mehreren Schichten schwarzem Lack, dann werden mit feinsten Pinseln Miniaturszenen aufgemalt — Jagd, Schlacht, Liebespaare, höfische Szenen. Jede Schatulle ist ein eigenes kleines Gemälde.




Die Sammlung ist nummeriert — die Etiketten mit den Werktiteln liegen daneben. Praktisch, wenn man ein bestimmtes Stück sucht


Die Sujets sind dieselben wie in der Buchminiatur: Jagd, Schlacht, höfische Szenen. Nur das Format ist anders — der Schatullendeckel misst etwa 10 mal 15 cm


Teller mit Musikerpaar und Gesamtansicht der Vitrine. Die Pfauenfeder in der Mitte ist kein Zufall — früher wischte man damit den Staub von den Miniaturen, weil die Feder weicher ist als jeder Pinsel

Saal der Möbel und dekorativen Kunst
Direkt nach der Lackminiatur folgt der Möbelsaal. Hier wurde es für mich besonders spannend: Ein Teil der Stücke folgt europäischen Formen — Toilettentische mit Spiegel, Stühle mit Lehnen — aber bemalt sind sie von usbekischen Meistern nach lokalen Mustern. Das ist 19. und frühes 20. Jahrhundert — die Auftraggeber wollten „wie in St. Petersburg“, die Meister übersetzten das aber in ihre eigene Bildsprache.




Metallsaal — Treibarbeit und Kupfer
Ein kleiner Raum mit Kupfer- und Messinggeschirr. Die usbekische Treibarbeit heißt vor Ort „Kandakori“ und wird mit Meißel und Punze gemacht: Der Meister schlägt tausende Male auf das Metall, bis sich das Ornament bildet. An einem großen Tablett kann ein Meister drei Wochen bis einen Monat arbeiten.


Saal der Goldstickerei und Schmuck
Noch ein Saal, der Zarduzi und Silberschmuck gewidmet ist. Silber ist in Usbekistan das wichtigste Material für Frauenschmuck: bucharische Plättchen, Anhänger aus Fergana, Halsketten aus Choresm.

Saal der Teppiche und Musikinstrumente
Es geht weiter mit dem ethnografischen Teil: An den Wänden turkmenische und usbekische Teppiche, unter Glas Musikinstrumente, in der Ecke eine Rekonstruktion eines echten Wohnzimmers — mit Tachta, Kurpatschi und niedrigem Tisch. Sehr atmosphärischer Saal!




Links der Rubab (kurzer Hals, Korpus aus Maulbeerbaum). Rechts Dutar oder Tanbur (langer Hals, weicher Klang). Beide bemalt und mit Intarsien versehen
Suzani-Saal — usbekische Wandstickerei
Wenn ich einen einzigen Saal nennen müsste, den man auf keinen Fall verpassen darf — dann wäre es für mich der Suzani-Saal. Das Wort selbst kommt vom persischen „suzan“ — Nadel. Suzani sind große Wandstickereien, ausgeführt in Kettenstich oder Plattstich auf Baumwolle oder Seide. Früher fertigte jede Braut in Usbekistan mehrere Suzani für die Aussteuer: eines für das Hochzeitszimmer, eines für das Gästezimmer, eines fürs Kinderzimmer. Wenn man davorsteht und begreift, dass ein einziges Tuch das halbe Lebensjahr einer Frau bedeutet, sieht man Stickerei plötzlich mit anderen Augen.





Links die klassische Komposition „8 Medaillons“. Rechts ein Detail mit Vogel — Vogel mit Blüte ist ein typisch bucharisches Motiv
Kaftane und Tjubeteika
Neben den Suzani hängen Kaftane (Tschapane) und stehen Vitrinen mit Tjubeteika (Stickkäppchen). Den Tschapan trugen früher in Usbekistan alle, und an Stoff, Stickerei und Schnitt konnte man sofort ablesen, woher jemand kam, wie alt er war und welchen Status er hatte. Bei den Tjubeteika ist es genauso — keine bloße Mütze, sondern ein Regional-Marker. Die Tschust-Variante ist schwarz-weiß mit Mandelmotiv, die bucharische ist mit Goldfaden, die fergansche bunt mit Blumen.



Ikat-Kaftane aus „Abra“ — einem Seidenstoff mit dem charakteristischen „verschwommenen“ Muster, das durch Färben der Fäden vor dem Weben entsteht (mehr dazu unten)


Klassische Suzani aus dem 19.-20. Jahrhundert
Nach den Kaftanen folgt ein Saal mit älteren Suzani — 19. und Anfang 20. Jahrhundert. Sie sind farblich zurückhaltender und großzügiger komponiert als die modernen Stücke. Das sind keine Sammlerarbeiten, sondern Dinge, die für den eigenen Haushalt gestickt wurden: zum Aufhängen, Bedecken, Benutzen. Schaut sie euch genau an — das ist atemberaubende Arbeit!




Etiketten. Joypush — eine Hochzeitsdecke aus Surchandarja (Süden des Landes). Tomosha palyak — eine Wandstickerei aus Pskent (bei Taschkent), Ende 19. Jahrhundert

Ikat und die Weberei
Der letzte Saal ist Ikat gewidmet — meinem Lieblings-Stoff aus Usbekistan. Auf Usbekisch heißt er „Abra“ oder „Abr-Bandi“, was übersetzt „verbundene Wolken“ bedeutet — und das beschreibt die fertige Stoffoberfläche perfekt. Die Technik ist verrückt: Die Fäden werden vor dem Weben gefärbt. Bündel von Fäden werden an genau berechneten Stellen fest abgebunden, dann gefärbt, danach wieder neu abgebunden und mit einer anderen Farbe gefärbt — und das mehrmals. Wenn die Fäden auf den Webstuhl gespannt werden und das Weben beginnt, „erscheint“ das Muster wie von selbst. Leicht verschwommen an den Rändern — und genau deshalb so unverkennbar.




Links Gesamtansicht des Webstuhls mit fast fertigem Stoff. Rechts ein Detail: einzelne Kett- und Schussfäden sind erkennbar



Praktische Informationen
Museum für angewandte Kunst Usbekistans
- Adresse: Rakatboschi-Straße 15, Taschkent
- GPS: 41.2880, 69.2742
- Öffnungszeiten: 09:00–18:00 täglich (Kasse bis 17:30)
- Eintritt: 30.000 UZS für Ausländer (~2,30 €), 5.000 UZS für usbekische Staatsbürger
- Fotografieren: im Ticket enthalten, Stativ separat nach Absprache
- Aufenthaltsdauer: mindestens 1,5 Stunden, besser 2-2,5
- Führung auf Englisch/Russisch: 100.000 UZS (~7,70 €) für die Gruppe, vorher reservieren
- Metro: nächste Station „Oybek“, 15 Minuten zu Fuß
- Taxi: Yandex Go vom Zentrum — 15.000–25.000 UZS (1–2 €)
Wie man hinkommt
- Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Direktflüge nach Taschkent gibt es mit Uzbekistan Airways aus Frankfurt. Aus München, Wien und Zürich fliegt man in der Regel mit Umstieg, zum Beispiel mit Turkish Airlines via Istanbul oder mit Lufthansa via Frankfurt. Der Flug dauert direkt etwa 6,5 Stunden, mit Umstieg 8-11 Stunden.
- Visum: Bürger der EU und der Schweiz brauchen für Aufenthalte bis zu 30 Tagen kein Visum — vorausgesetzt, der Reisepass ist biometrisch und mindestens noch sechs Monate gültig.
- Vom Flughafen Taschkent: Yandex-Taxi ins Zentrum (~30 Min, 50.000–80.000 UZS / 4–6 €), von dort sind es weitere 10 Minuten bis zum Museum.
- Vom Tschorsu-Basar oder Hazrati-Imam: Metro bis „Oybek“ (grüne Linie), danach 15 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten mit dem Taxi.
- Vom Hotel im Zentrum: zu Fuß oder mit dem Taxi — das Museum liegt 1–2 km von den meisten Touristenhotels entfernt.
Tipps
- Was sich kombinieren lässt: Ganz in der Nähe befinden sich das Staatliche Geschichtsmuseum Usbekistans und das Kunstmuseum Usbekistans. An einem Tag schafft man theoretisch beide, ich würde aber empfehlen, sie aufzuteilen — nach der angewandten Kunst sind die Augen einfach voll.
- Dresscode: keiner. Shorts, Kleid, alles geht. Das ist kein religiöser Ort.
- Souvenirs: Am Ausgang gibt es einen kleinen Shop mit modernen Suzani, Tjubeteika und Keramik. Die Preise sind etwas höher als auf dem Basar, aber die Qualität ist garantiert.
- Café: Drinnen gibt es keins. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es ein paar Tschaichana, Richtung Schahrisabz-Straße auch ordentliche Cafés mit Plov und Lagman.
- Beste Reisezeit: April–Mai und September–Oktober. Im Sommer hat Taschkent oft +40 Grad, im Museum laufen Klimaanlagen, aber auf dem Aiwan ist es heiß.
- Wer schon einmal im Pergamon-Museum oder im Berliner Museum für Islamische Kunst war, wird das Polowzew-Haus lieben — die zentralasiatische Ornamentik gibt es hier in dreidimensionaler, bewohnter Form.
Direktflüge gibt es ab Frankfurt mit Uzbekistan Airways (etwa 6,5 Stunden). Aus München, Berlin, Wien und Zürich fliegt man üblicherweise mit Umstieg — Turkish Airlines via Istanbul, Lufthansa via Frankfurt oder Flydubai via Dubai sind die gängigsten Verbindungen. Die Gesamtreisedauer liegt dann bei 8-11 Stunden. Vom Flughafen Taschkent ins Stadtzentrum braucht man mit dem Yandex-Taxi etwa 30 Minuten.
Nein. Bürger Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der gesamten EU können bis zu 30 Tage visumfrei einreisen. Voraussetzung ist ein biometrischer Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Bei der Einreise wird der Pass gestempelt — das war’s.
Das Museum liegt in der Rakatboschi-Straße 15. Die nächste Metrostation ist „Oybek“, von dort sind es 15 Minuten zu Fuß. Aus jedem Punkt des Zentrums fährt man am bequemsten mit dem Yandex-Taxi: 5–15 Minuten Fahrt für etwa 15.000–25.000 UZS (1–2 €).
Für Ausländer kostet das Ticket 30.000 UZS (~2,30 €), für usbekische Staatsbürger 5.000 UZS. Foto- und Videoaufnahmen sind im Preis enthalten, für ein Stativ kann eine Extragebühr erhoben werden — am besten direkt an der Kasse nachfragen.
Ideal ist ein Werktag zwischen 10:00 und 12:00 Uhr — dann sind am wenigsten Besucher da und das Licht im großen Saal ist weich. Am Wochenende kommen ab 14:00 Uhr Reisegruppen. Die besten Reisezeiten insgesamt sind April–Mai und September–Oktober, wenn Taschkent angenehme Temperaturen hat.
Mindestens anderthalb Stunden, um durch alle Säle zu kommen. Wer sich Zeit für die Sammlungen (Miniaturen, Lack, Suzani, Ikat) und die Decken im großen Saal nehmen möchte, sollte 2,5–3 Stunden einplanen.
Den Hauptsaal mit Brunnen und bemalter Kuppel, den Saal der Lackminiatur sowie Suzani und Ikat. Das sind die vier „Pflichtpunkte“. Wer Zeit hat, sollte sich noch im Miniaturen-Korridor aufhalten und den Webstuhl im letzten Raum anschauen.
Beim ersten Besuch — ja, vor allem wenn das die erste Reise nach Usbekistan ist. Ein Guide erklärt die verschiedenen Keramikschulen, den Unterschied zwischen bucharischer und choresmischer Stickerei und zeigt unauffällige architektonische Details des Polowzew-Hauses. Wer sich in zentralasiatischer Kunst schon auskennt, kommt mit den Etiketten gut zurecht.
Ja, Foto- und Videoaufnahmen sind erlaubt und im Eintrittspreis enthalten. Ohne Blitz und ohne Stativ — fürs Stativ braucht man die Genehmigung des Aufsichtspersonals.
Mein Fazit
Unter einem Dach versammelt das Museum alles, was ich an Usbekistan liebe: die Keramik aus Rischtan, die Suzani aus Buchara, den Ikat aus Margilan, die Goldstickerei der bucharischen Zarduzi-Meister. Und das Ganze in einem Haus, das selbst ein Exponat ist — eine eigene Geschichte darüber, wie ein russischer Diplomat lokale Meister einlud und ihnen freie Hand ließ.
Hätte ich in Taschkent nur Zeit für einen einzigen Ort, würde ich genau hierher gehen.