Bucht von Kotor, Montenegro: Guide zu Perast, Kotor & Herceg Novi

Die Bucht von Kotor ist einer der schönsten Orte an der Adria: alte Städte unter steilen Bergen, eine künstliche Insel mit einer Kirche und eine Straße, die direkt an der Wasserkante entlangführt. In diesem Guide zeige ich, was es in Herceg Novi, Perast und Kotor zu sehen gibt, wo man mit Blick auf die Meerenge Verige zu Mittag isst, warum sich eine Segeltour durch die Bucht lohnt und was die stille Halbinsel Luštica so besonders macht.

Steinerner Glockenturm der Kirche Gospa od Zdravlja über Kotor mit der Bucht von Kotor und Bergen im Hintergrund
Die Kirche Gospa od Zdravlja am Hang über Kotor, ungefähr auf halbem Weg zur Festung des Heiligen Johannes

Was die Bucht von Kotor ist und warum sich die Reise lohnt

Die Bucht von Kotor (auf Montenegrinisch Boka Kotorska) ist eine Bucht der Adria im Süden Montenegros, die sich fast dreißig Kilometer tief in die Berge schneidet. Oft wird sie als südlichster Fjord Europas bezeichnet, und wenn anderthalb Kilometer hohe Berge direkt ins Wasser abfallen, mag man da kaum widersprechen. Mich hat die Landschaft tatsächlich ein wenig an Norwegen erinnert, nur mit Oleander statt Tannen.

In der Bucht liegen mehrere alte Städte: Kotor mit seinen Festungsmauern, das barocke Perast und Herceg Novi direkt am Eingang der Bucht. All das waren einst Besitzungen der Republik Venedig, und das italienische Erbe sieht man hier an jeder Fassade. Die Altstadt von Kotor und die gesamte Bucht stehen unter dem Schutz der UNESCO.

Blick auf die Bucht von Kotor mit orangefarbenen Dächern und Bergen von der Küstenstraße bei Perast
Blick auf die Bucht von der Straße bei Perast, das Meer wirkt hier eher wie ein Bergsee

Die Entfernungen sind klein: von Herceg Novi bis Kotor sind es entlang der Küste rund vierzig Kilometer. Plant trotzdem mehr Zeit ein, als das Navi anzeigt. Die Straße ist schmal, verläuft direkt an der Wasserkante, und alle zehn Minuten möchte man anhalten.

Mit dem Auto rund um die Bucht

Am bequemsten erkundet man die Bucht mit dem Auto: Die wichtigsten Orte, also Herceg Novi, Perast, Kotor und die Halbinsel Luštica, liegen alle an einer Küstenstraße, und die Bucht lässt sich mit der Fähre Kamenari – Lepetane überqueren. In welcher Reihenfolge ihr das alles anschaut, bleibt euch überlassen: Wer von Dubrovnik kommt, beginnt mit Herceg Novi, andere starten in Kotor oder Tivat. Die komplette Runde entlang des Ufers sind rund siebzig Kilometer.

Praktische Informationen: die Straße rund um die Bucht

  • Herceg Novi – Kotor entlang der Küste: ~43 km, 1-1,5 Stunden ohne Stopps
  • Fähre Kamenari – Lepetane: fährt rund um die Uhr, Überfahrt 5 Minuten, Pkw ~€5
  • Parken in Perast: am Ortseingang (das Zentrum ist autofrei), €1-2 pro Stunde
  • Parken in Kotor: gebührenpflichtige Parkplätze an den Mauern der Altstadt, €1-3 pro Stunde
  • Tankstellen: in Herceg Novi, Kamenari, Kotor und Tivat
  • Tipp: im Juli und August vor 9 Uhr losfahren, gegen Mittag steht die Straße entlang der Bucht im Stau

Unterwegs am Ufer tauchen immer wieder winzige Steinkirchen, Kapellen und vertäute Segelboote auf. Die Straße ist selbst schon eine Sehenswürdigkeit.

Steinkapellen und Yachten auf Reede, ein ganz normales Bild entlang der Bucht

Herceg Novi: die Stadt am Eingang der Bucht

Herceg Novi liegt direkt am Eingang der Bucht, deshalb bietet sich die Stadt als erster Stopp an, besonders wenn man von Dubrovnik kommt. Gegründet wurde sie 1382 vom bosnischen König Tvrtko I. und stand im Lauf ihrer Geschichte unter der Herrschaft des Osmanischen Reichs, Venedigs und Österreich-Ungarns. Jede Epoche hat eine Festung oder einen Turm hinterlassen.

Die Altstadt ist klein, liegt aber an einem steilen Hang: Statt Straßen gibt es hier oft Treppen, und man geht ständig bergauf oder bergab. Nicht umsonst nennt man Herceg Novi die Stadt der tausend Stufen. Das Auto stellt man am besten an der Uferpromenade oder an der oberen Straße ab und geht weiter zu Fuß.

Weißer Uhrturm über einer schmalen Steingasse in der Altstadt von Herceg Novi
Der Uhrturm Sat-kula ist der wichtigste Orientierungspunkt der Altstadt. Man geht unter ihm hindurch und steht auf dem zentralen Platz

Der Haupteingang zur Altstadt führt durch den Bogen des Uhrturms Sat-kula. Im Bogen selbst gibt es ein kleines Relief der Schwarzen Madonna, geschnitzt aus gebranntem Olivenholz. Man übersieht es leicht, wenn man nicht davon weiß. Hinter dem Turm beginnt der Platz Belavista mit Cafés und der Erzengel-Michael-Kirche, deren helle Kuppel man aus den Gassen der ganzen Stadt sieht.

Kirchen von Herceg Novi: die Kuppel des Erzengels Michael, die Fassade der Hieronymuskirche und ein Glockenturm über dem Meer

Herceg Novi ist eine lebendige Stadt: Hier sind weniger Touristen unterwegs als in Kotor, auf den Treppen trocknet Wäsche, und zwischen den alten Fassaden stehen ganz normale Wohnhäuser. Lauft einfach ohne Plan durch die Gassen, die ganze Altstadt schafft man in einer Stunde.

Straßen von Herceg Novi: Villen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und Türen, die seit hundert Jahren dieselben sind

Praktische Informationen: Herceg Novi

  • GPS der Altstadt: 42.4531, 18.5375
  • Zeitbedarf: 1,5-2 Stunden für einen Spaziergang
  • Festung Kanli-Kula: Eintritt ~€3, von oben Blick über die ganze Bucht; im Sommer finden in der Festung Konzerte statt
  • Parken: entlang der Promenade Šetalište Pet Danica oder an der oberen Straße

Verige 65: Mittagessen mit dem besten Blick auf die Bucht

Zwischen Herceg Novi und Perast, bei der Fährstelle Kamenari, gibt es einen Ort, für den es sich lohnt, das Mittagessen im Voraus zu planen: das Restaurant Verige 65. Es steht an der schmalsten Stelle der Bucht, an der Meerenge Verige. Die Tische stehen direkt über dem Wasser, und man sieht von ihnen Perast und beide Inseln davor.

Es ist hier wirklich schön, und ich empfehle, mindestens für einen Kaffee anzuhalten. Allein der Blick ist es wert. Das ist einer dieser Orte, an denen man die entspannte Sommeratmosphäre Montenegros besonders gut spürt.

Dessertteller mit Nusskuchen, Eis und geschichtetem Kaffeedessert mit Blick auf die Bucht von Kotor im Restaurant Verige 65
Dessert im Verige 65, die Tische stehen direkt über der Meerenge

Praktische Informationen: Verige 65

  • Adresse: Kostanjica bb, bei der Fährstelle Kamenari
  • Öffnungszeiten: 08:00-01:00 täglich
  • Durchschnittliche Rechnung: €15-30 pro Person (Dessert und Kaffee etwa €10)
  • Google Maps: Link
  • Tipp: einen Tisch am Wasser zum Sonnenuntergang besser im Voraus reservieren, der Ort ist beliebt

Perast: ein barockes Städtchen aus einer einzigen Straße

Perast ist der bekannteste Ort der Bucht. Das winzige Städtchen, im Grunde eine einzige Uferpromenade, war im 17. und 18. Jahrhundert ein reicher Hafen der Republik Venedig: Die Kapitäne von hier steuerten Schiffe durchs ganze Mittelmeer. Mit diesem Geld wurden anderthalb Dutzend Palazzi und Kirchen gebaut, die bis heute am Wasser stehen.

Uferpromenade von Perast mit dem Glockenturm von St. Nikolaus durch Oleanderblüten gesehen
Perast von der Promenade: Der Glockenturm von St. Nikolaus ist mit 55 Metern der höchste der Bucht

Das Zentrum ist autofrei, geparkt wird am Ortseingang, weiter geht es zu Fuß. Der Spaziergang über die Promenade dauert etwa zwanzig Minuten, aber plant lieber anderthalb Stunden ein: Man möchte hier in jeden Hof hineinschauen.

Die Promenade von Perast und Steinhäuser voller Blumen, die Stadt ist gepflegt, aber nicht steril

Die Hauptkirche der Stadt ist dem Heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Seeleute. Ihr Glockenturm ist von jedem Punkt in Perast aus zu sehen, und man kann hinaufsteigen. Innen ist die Kirche schlichter, als man es von einer Barockstadt erwarten würde: eine Holzdecke, ein Marmoraltar und Stille.

Fassade einer Kirche in Perast mit Steinstatuen vor dem Berg
Fassade mit Statuen an einer der Kirchen von Perast
Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche in Perast, von Pinienzweigen gerahmt
Der Glockenturm von St. Nikolaus über den Ziegeldächern

In der Nikolauskirche: Marmor, Holz und Kerzen

An der Promenade gibt es eine Filiale von Moritz Eis, einer Eiskette, die ein österreichischer Unternehmer in Montenegro gegründet hat. Das Himbeersorbet schmeckt, als hätte man eine Handvoll gefrorener Beeren in den Becher gelegt, ganz ohne sirupartige Süße.

Becher mit leuchtend rotem Himbeersorbet von Moritz Eis, im Hintergrund die Bucht von Kotor
Himbeersorbet von Moritz Eis

Hier herrschen Subtropen: Entlang der Straßen blühen Oleander und Plumbago, auf den Steinmauern wachsen Kakteen, in den Höfen Rosen und Granatapfelbäume.

Plumbago und ein blühender Kaktus, die Städte der Bucht versinken in Blumen

Und außerdem leben in Perast sehr viele Katzen. Sie schlafen auf Steinbrüstungen, unter Oleandern, in Booten, und Touristen sind ihnen ziemlich egal.

Getigerte Katze schläft auf einer Steinmauer unter einem grünen Busch in Perast
Katzen sind in Montenegro vollwertige Bewohner jeder Altstadt

Praktische Informationen: Perast

  • GPS: 42.4864, 18.6979
  • Parken: am Ortseingang, €1-2 pro Stunde; in der Saison ab 10 Uhr voll
  • Glockenturm von St. Nikolaus: Aufstieg €2-3
  • Zeitbedarf: 1,5-2 Stunden inklusive Kaffee
  • Anreise ohne Auto: Bus Kotor – Perast (30 Minuten, ~€1,5) oder Ausflugsboot ab Kotor

Die Insel Gospa od Škrpjela: eine künstliche Insel mit Legende

Gegenüber von Perast liegen zwei kleine Inseln. Die erste ist die Insel Sveti Đorđe mit Zypressen und einem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert: Betreten darf man sie nicht, man sieht sie nur vom Wasser aus. Die zweite ist Gospa od Škrpjela, Maria vom Felsen, die einzige künstlich aufgeschüttete Insel der Adria, und dorthin kann man tatsächlich übersetzen.

Die Legende geht so: Im Jahr 1452 fanden zwei Fischer aus Perast auf einem Unterwasserfelsen eine Ikone der Gottesmutter. Seitdem warfen Seeleute, wenn sie von einer Fahrt zurückkehrten, Steine an dieser Stelle ins Wasser. Über die Jahrhunderte kamen so viele Steine und versenkte alte Schiffe zusammen, dass daraus eine ganze Insel wurde, und darauf baute man eine Kirche. Die Tradition lebt bis heute: Jedes Jahr am 22. Juli fahren die Bewohner von Perast mit Booten hinaus und werfen Steine bei der Insel ins Wasser. Das Fest heißt Fašinada.

Kirche der Insel Gospa od Škrpjela mit blauer Kuppel und Glockenturm vor den Bergen
Gospa od Škrpjela vom Wasser aus, die Insel besteht komplett aus der Kirche und einem kleinen Platz

Von der Promenade in Perast legen alle paar Minuten Boote zur Insel ab, die Überfahrt dauert fünf Minuten. In der Kirche gibt es ein Museum mit Gaben der Seeleute: silberne Votivtafeln mit Schiffen, Gemälde, und das rührendste Exponat ist eine Ikone, an der die Einheimische Jacinta Kunić 25 Jahre lang stickte und dabei ihre eigenen Haare einarbeitete.

Die blaue Kuppel der Kirche sieht man schon von weitem, sie wurde mit Kupfer gedeckt, das zu diesem Farbton verwittert ist

Die Insel ist klein, in zehn Minuten hat man sie einmal umrundet

Praktische Informationen: Gospa od Škrpjela

  • Boot ab Perast: €5-10 hin und zurück, Abfahrt sobald das Boot voll ist
  • Eintritt Kirche und Museum: €3-5, Barzahlung
  • Öffnungszeiten: etwa 09:00-18:00 in der Saison, im Winter kürzer
  • Zeitbedarf: 40-60 Minuten inklusive Überfahrt
  • Dresscode: es ist eine aktive Kirche, Schultern und Knie besser bedecken

Segeltour durch die Bucht: meine wichtigste Empfehlung

Wenn ich aus diesem Guide eine einzige Empfehlung auswählen müsste, wäre es eine Segeltour durch die Bucht. Vom Wasser aus sieht die Bucht völlig anders aus als vom Ufer: Die Städte werden zu schmalen Streifen aus Ziegeldächern, und erst hier begreift man, wie hoch die Berge rings um die Bucht wirklich sind.

Blick vom Wasser auf Perast und seinen Glockenturm, im Vordergrund ein Paddleboard an Deck
Perast vom Wasser aus, von dieser Seite sahen es die Kapitäne, wenn sie nach Hause kamen

Touren gibt es in allen Varianten: Gruppenboote ab Kotor (2-3 Stunden, mit Stopp auf Gospa od Škrpjela), Motorboot mit Skipper oder Segelyacht für einen halben Tag. Besonders schön ist eine abendliche Segeltour: Der Wind in der Bucht wird zum Sonnenuntergang sanft, das Wasser glatt, und wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, färbt sich die ganze Bucht für eine halbe Stunde orange.

Sonnenuntergang an Deck, um diese Uhrzeit ist auf dem Wasser fast niemand mehr

Praktische Informationen: Bootstouren durch die Bucht

  • Gruppenboote ab Kotor oder Perast: €25-50 pro Person, 2-3 Stunden
  • Segelyacht mit Skipper: ab €200 für einen halben Tag pro Gruppe
  • Abfahrtsorte: Kotor, Tivat, Herceg Novi, Perast
  • Tipp: nehmt die Abendtour, tagsüber ist es im Juli und August auf dem Wasser heiß, und zum Sonnenuntergang ist die Bucht am schönsten

Kotor: die Stadt hinter den Festungsmauern

Kotor ist die Hauptstadt der Bucht und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte der Adria. Die Altstadt versteckt sich hinter Festungsmauern, die hoch den Hang hinaufziehen. Von unten sieht es aus, als wären sie auf den Felsen gemalt.

Innerhalb der Mauern gibt es überhaupt keine Autos. Die Stadt ist ein Labyrinth aus gepflasterten Plätzen, Gassen so breit wie ausgestreckte Arme und plötzlich auftauchenden Innenhöfen. Eine Karte braucht man kaum: Die Stadt ist klein, und jede Gasse führt früher oder später auf einen der Plätze.

Die beiden Glockentürme der Kathedrale des Heiligen Tryphon in Kotor, von Orangenbaumblättern gerahmt
Die Kathedrale des Heiligen Tryphon, geweiht 1166, die Türme wurden nach dem Erdbeben von 1667 neu errichtet

Das wichtigste Gebäude der Stadt ist die Kathedrale des Heiligen Tryphon, so alt wie die ältesten romanischen Kathedralen Europas. Innen wird ein Reliquiar aus Gold und Silber aufbewahrt, und man kann auf die obere Galerie zwischen den Türmen steigen.

Danach: einfach treiben lassen. Das alles findet man in den Gassen ganz ohne Plan:

Gassen von Kotor: Zwischen den Häusern hängen Wäscheleinen, innerhalb der Mauern wohnen bis heute Menschen

Palazzo-Portale und Durchgangshöfe, hinter jedem Bogen wartet etwas

Gemeißeltes Tympanon mit Ritterfigur und Engeln über einer Palasttür in Kotor
Relief über dem Eingang eines Stadtpalazzo mit Wappen und Figuren der Hausherren

Die venezianische Epoche hat Kotor die geflügelten Markuslöwen hinterlassen, sie tauchen an Toren und Bögen in der ganzen Stadt auf. Und an den Türen einer der Kirchen gibt es Bronzepaneele mit Szenen aus dem Stadtleben: Schiffe, Hochzeiten, Prozessionen.

Der geflügelte Löwe als Zeichen Venedigs und Bronzetüren mit der Stadtgeschichte in Bildern

Schaut auch in die Kirchen hinein: In Kotor gibt es mehr als ein Dutzend davon, und fast alle sind geöffnet. In einer stehen barocke Marmoraltäre unter einer bemalten Holzdecke.

Barocke Marmoraltäre und Holzkassettendecke in einer Kirche der Altstadt von Kotor
In einer der Kirchen der Altstadt

Spuren des Erdbebens von 1979: Ein Teil der Palazzi steht bis heute ohne Dach, die Nachbarhäuser sind restauriert

Rosa Rose zwischen grünen Blättern in einem Garten in Kotor
Rosen blühen direkt in den Innenhöfen der Altstadt

Kotor ist außerdem eine Katzenstadt, die Katze ist das offizielle Symbol der Stadt. Es gibt ein Katzenmuseum, die Souvenirläden sind voller Katzenmotive, und echte Katzen sitzen auf jeder zweiten Bank und Fensterbank.

Rotes Kätzchen steht auf einer grünen Bank in Kotor
Die Katzen von Kotor sind an Menschen gewöhnt

Praktische Informationen: Kotor

  • GPS: 42.4247, 18.7712
  • Eintritt in die Altstadt: kostenlos, es gibt drei Tore – das Meertor, das Flusstor und das Gurdić-Tor
  • Kathedrale des Heiligen Tryphon: Eintritt €3, täglich ~08:00-19:00
  • Zeitbedarf: mindestens ein halber Tag; mit Aufstieg auf die Mauern ein ganzer Tag
  • Tipp: an Tagen mit Kreuzfahrtschiffen (im Hafenfahrplan einsehbar) ist das Zentrum von 10 bis 16 Uhr überfüllt, kommt früh morgens oder abends

Aufstieg auf die Festungsmauern: der beste Blick auf die Bucht

Aus der Altstadt führt eine Treppe mit etwa 1350 Stufen hinauf zur Festung des Heiligen Johannes (San Giovanni). Der Aufstieg dauert 45 bis 60 Minuten, dafür sieht man mit jedem Absatz mehr von der Bucht.

Ungefähr auf halber Höhe steht die Kirche Gospa od Zdravlja, die Kirche der Muttergottes der Gesundheit aus dem 16. Jahrhundert. Von der Kirche aus überblickt man bereits ganz Kotor: Ziegeldächer, Plätze, den Hafen und die Schiffe auf Reede.

Steinerner Glockenturm der Kirche Gospa od Zdravlja über Kotor mit der Bucht von Kotor und Bergen im Hintergrund
Die Kirche Gospa od Zdravlja am Hang, ungefähr die Hälfte des Weges zur Festung

Kotor vom Aussichtspunkt bei der Kirche Gospa od Zdravlja: Die ganze Altstadt liegt da wie ein Modell

Praktische Informationen: Festung des Heiligen Johannes

  • Eintritt zum Weg: €8-15 je nach Saison, Barzahlung; im Winter oft kostenlos
  • Öffnungszeiten: etwa 08:00-20:00 in der Saison
  • Aufstieg: 1350 Stufen, 280 Höhenmeter, 45-60 Minuten nach oben
  • Tipp: geht morgens vor der Hitze und nehmt mindestens einen Liter Wasser pro Person mit

Die Halbinsel Luštica: die stille Seite der Bucht

Die Halbinsel Luštica trennt die Bucht von Kotor vom offenen Meer, und das ist ein völlig anderes Montenegro: Olivenhaine, Steindörfer mit einem Dutzend Häusern, schmale Straßen und fast keine Menschen. Im Inneren der Halbinsel, beim Dorf Klinci, öffnet sich der Blick zugleich auf die Bucht von Herceg Novi und die Berge dahinter.

Blick über die Bucht von Herceg Novi von der Halbinsel Luštica mit Wildblumen im Vordergrund
Blick von Luštica über die Bucht, auf der anderen Seite liegt Herceg Novi

Von den Ufern der Halbinsel sieht man die alten Befestigungen, die den Eingang zur Bucht bewachten: die österreichisch-ungarische Festung Arza auf dem Kap und das runde Fort Mamula auf der kleinen Insel gegenüber. An der Küste liegen die bekannten Strände Žanjic und Mirišta sowie die Blaue Grotte, zu der Boote fahren.

Buchten von Luštica: eine alte Festung auf dem Kap und stille Ankerplätze

Praktische Informationen: Luštica

  • Anfahrt: mit dem Auto von Kotor über Tivat und Radovići, ~30 km bis zum Dorf Klinci (50 Minuten); die Straßen sind schmal, stellenweise geht das Ausweichen nur abwechselnd
  • Strand Žanjic: weißer Kies, glasklares Wasser; im Sommer fahren Boote von Herceg Novi
  • Blaue Grotte: Boot ab Žanjic, ~€10-15 pro Person
  • Zeitbedarf: ein halber bis ganzer Tag
  • Tipp: vorher volltanken, auf der Halbinsel selbst gibt es keine Tankstellen

Wie man die Reise plant

Für die Städte der Bucht, also Herceg Novi, Perast und Kotor, braucht man mindestens einen vollen Tag, entspannter sind zwei. Der Aufstieg auf die Festungsmauern, die Segeltour und die Halbinsel Luštica brauchen jeweils mindestens einen halben Tag. Wählt nach Interesse aus oder plant gleich drei Tage für die Bucht ein.

Wohnen kann man am bequemsten in Kotor (alles ist nah, aber in der Saison laut), in Perast (schön und ruhig) oder in Apartments in den Orten dazwischen, etwa Dobrota, Orahovac oder Stoliv. Die Bucht ohne Auto zu erkunden ist ebenfalls machbar: Zwischen den Städten fahren Busse und Wassertaxis, aber mit dem Auto schafft man doppelt so viel.

Die beste Reisezeit sind Mai, Juni und September: Es ist warm, das Meer schon angenehm, und die Menschenmengen von den Kreuzfahrtschiffen sind noch erträglich. Im Juli und August ist die Bucht genauso schön, aber die Küstenstraße und die Parkplätze werden zur Geduldsprobe.

FAQ

Wie viele Tage braucht man für die Bucht von Kotor?

Mindestens einen vollen Tag mit dem Auto, um Herceg Novi, Perast und Kotor zu sehen. Optimal sind zwei bis drei Tage: Dann bleibt genug Zeit für den Aufstieg zur Festung, eine Segeltour und die Halbinsel Luštica, ganz ohne Hektik.

Kann man die Bucht ohne Auto umrunden?

Ja. Entlang der Küste fahren Busse Herceg Novi – Kotor mit Halt in Perast und Risan, und von Kotor nach Perast und zu den Inseln fahren Ausflugsboote. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln solltet ihr aber mehr Zeit einplanen und die Fahrpläne prüfen, abends gibt es nur wenige Verbindungen.

Was kostet das Boot zur Insel Gospa od Škrpjela?

Die Boote legen von der Promenade in Perast ab, sobald sie voll sind, und kosten €5-10 pro Person hin und zurück. Der Eintritt in die Kirche mit Museum kostet noch einmal €3-5 in bar. Insgesamt reicht eine Stunde.

Lohnt sich der Aufstieg auf die Festungsmauern von Kotor?

Ja, es ist der beste Blick auf die Bucht. Der Aufstieg umfasst 1350 Stufen, dauert 45 bis 60 Minuten, Eintritt €8-15 in der Saison. Geht morgens vor der Hitze, zieht rutschfeste Schuhe an und nehmt Wasser mit.

Wo ist der beste Blick auf die Bucht vom Ufer aus?

Von der Terrasse des Restaurants Verige 65 an der Meerenge Verige, der schmalsten Stelle der Bucht: Von dort sieht man Perast und beide Inseln. Weitere Optionen sind die Aussichtspunkte an der Straße Kotor – Cetinje und der Weg zur Festung von Kotor.

Wann ist die beste Reisezeit für die Bucht von Kotor?

Von Mai bis September. Am angenehmsten sind Juni und September: warm, aber ohne die größten Menschenmengen und Staus. Im Winter ist die Bucht ebenfalls geöffnet und schön, aber ein Teil der Restaurants und Bootstouren pausiert.

Statt eines Fazits

In der Bucht von Kotor fühlt man sich ruhig: Das Leben geht hier gemächlich seinen Gang, und ringsum ist es einfach schön, Berge, Wasser und alte Städte direkt am Ufer. Einer dieser Orte, an die man zurückkehren möchte, und sei es nur für einen weiteren Sonnenuntergang unter Segeln.

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