Botanischer Garten Gijón: Sehenswertes, Preise und Anfahrt
Der Botanische Garten von Gijón liegt am Stadtrand, und du erreichst ihn mit einem ganz normalen Stadtbus. Drinnen gibt es ein Lorbeerlabyrinth mit einem Leuchtturm in der Mitte, einen Eichenwald mit drei- bis vierhundert Jahre alten Bäumen, einen Gemüsegarten mit weißen Auberginen und Ausstellungsräume, in denen erklärt wird, wie aus Weidenrinde Aspirin wurde.
Atlantischer Botanischer Garten Gijón: Was ist das für ein Ort?
Das ist einer der Orte in Gijón, die ich dir auf jeden Fall empfehle, wenn du Natur und Parks magst. Der Garten lohnt sich wirklich, und er lässt sich sehr gut mit der Universidad Laboral verbinden, einem monumentalen Gebäude mit Turm direkt gegenüber.
Gijón (auf Asturisch Xixón) ist die größte Stadt Asturiens, einer Region im Norden Spaniens am Golf von Biskaya. Der Botanische Garten liegt am östlichen Stadtrand.
Die Universidad Laboral wurde Mitte des letzten Jahrhunderts als großer Bildungskomplex gebaut und gilt heute als das größte Gebäude Spaniens. Der rund 130 Meter hohe Turm ist fast von überall zu sehen, man kann sich gut an ihm orientieren. Heute ist darin das Kulturzentrum Laboral Ciudad de la Cultura untergebracht, und hinein kommst du mit einer Führung: der Platz mit dem Säulengang, das Theater, die Kirche mit der riesigen Kuppel und die Fahrt mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform des Turms, von der aus du die Stadt und die Küste siehst. Aber auch ohne Führung kannst du dir das Innere ansehen und auf den Turm fahren. Es gibt ein Kombiticket für die Führung und den Botanischen Garten, so schaffst du beides locker an einem Tag.
Der offizielle Name ist Jardín Botánico Atlántico, also Atlantischer Botanischer Garten. Er wurde Anfang der 2000er eröffnet und ist den Pflanzen der atlantischen Regionen auf beiden Seiten des Ozeans gewidmet. Mit rund 25 Hektar ist er ungefähr so groß wie der Palmengarten in Frankfurt. Auf einem einzigen Spaziergang kommst du von den Kantabrischen Bergen zu einem kanadischen Moor mit Wildreis und von dort in einen Kiefernwald wie in Skandinavien. Der Garten ist in vier Bereiche aufgeteilt: Entorno Cantábrico (die kantabrische Landschaft), Factoría Vegetal (die „Pflanzenfabrik“), Jardín de la Isla (der historische Garten) und Itinerario Atlántico (der Atlantische Rundweg).
Am meisten hat mich überrascht, wie gepflegt hier alles ist. Die Wege sind sauber, jede Pflanze hat ein Schild mit dem lateinischen, spanischen und englischen Namen, und in jedem Bereich steht eine Tafel mit Karte und Erklärungen. In mehreren Gebäuden gibt es Ausstellungen, die selbst für Erwachsene spannend zu lesen sind, mit Kindern erst recht. Vieles ist auch auf Englisch, aber nicht alles: Einige Vitrinen und historische Tafeln gibt es nur auf Spanisch.


Bonsai und Veranstaltungsprogramm

Gleich am Eingang steht eine Bonsai-Sammlung. Nimm dir am Eingang eine Papierkarte mit: Alle Sammlungen sind darauf nummeriert, und anhand der Nummern findest du dich leicht zurecht. Eine große Karte hängt auch auf einer Tafel.

Sehenswertes im Botanischen Garten Gijón
Ich erzähle in der Reihenfolge, in der ich selbst gelaufen bin. Die Zahlen in Klammern sind die Nummern der Sammlungen auf der Gartenkarte.
1. Entorno Cantábrico: Berge, Moore und Dünen
Rechts vom Eingang beginnt der Entorno Cantábrico. Das Kantabrische Gebirge zieht sich durch den ganzen Norden Spaniens, und zwischen den Bergen und dem Meer gibt es ganz unterschiedliche Landschaften. Hier wachsen Pflanzen offener Standorte: aus dem Hochgebirge (9), aus Torfmooren (8), von Küstendünen (6) und aus Salzmarschen (7). Viele Steine, trockenes Gras und Sträucher.


Im Dünenbereich liegt ein echtes hölzernes Fischerboot im Sand, daneben steht eine Tafel über die carpintería de ribera, den traditionellen Bootsbau an der Küste. Früher baute man die Boote aus Eiche und Kastanie: Das Holz ist robust und verträgt Feuchtigkeit gut. Aber diese Bäume wachsen langsam, deshalb nahm man ab Mitte des 19. Jahrhunderts Kiefer und Eukalyptus.


Küstendünen

2. Lorbeerlabyrinth mit Leuchtturm
Neben dem Hochgebirgsbereich beginnt das Labyrinth, einer der lustigsten Orte im Garten. Die Wände aus Lorbeerhecken sind höher als ein Mensch.

In der Mitte steht ein kleiner weißer Leuchtturm mit rotem Dach. Er ist eine Kopie des Leuchtturms am Cabo de Torres am westlichen Stadtrand von Gijón, auf der Wetterfahne steht die Jahreszahl 1923. Das Ziel ist der Leuchtturm, und in einer Sackgasse landest du dabei mehr als einmal.


Im Leuchtturm versteckt sich ein dreidimensionales Modell davon, wie eine Pflanze innen aufgebaut ist: Zellen und Leitbahnen, um ein Vielfaches vergrößert. Wir haben Venen und Arterien, Pflanzen haben ihre eigenen Leitbahnen. Durch die einen steigt Wasser mit Mineralstoffen von den Wurzeln zu den Blättern, durch die anderen verteilt sich der Zucker, der bei der Fotosynthese entsteht, von den Blättern in die ganze Pflanze. Mit Kindern solltest du auf jeden Fall in den Leuchtturm hineinschauen.



Am Labyrinth stehen zwei Tafeln, die mir sehr gefallen haben. Die erste, „Helden und Schurken unserer Pflanzen“, erzählt vom Lorbeerblattfloh, einem kleinen Insekt, das Saft aus den Blättern saugt, sodass sie sich einrollen. Der Garten setzt dagegen keine Chemie ein, sondern lässt die räuberische Blumenwanze Anthocoris nemoralis frei, die den Blattfloh an seinen süßen Ausscheidungen findet. Die Tafel ist wie ein Comic gezeichnet, so verstehen Kinder es besser. Die zweite erklärt, wie ein Lorbeerstängel aufgebaut ist, also dasselbe, was das Modell im Leuchtturm zeigt, nur auf Schaubildern. Sie ist auf Spanisch und Englisch.

Und so sieht das Labyrinth von oben aus:

3. Amerikanisches boreales Biom: Wildreis-Moor und Ahorn
Hinter dem Labyrinth beginnt der amerikanische Teil des Itinerario Atlántico. „Boreal“ bedeutet nördlich: Gemeint ist der Gürtel aus Nadelwäldern, Mooren und Seen, der sich durch Kanada und Skandinavien zieht. Hier gibt es Wälder aus Schwarzfichte (41) und Banks-Kiefer (42), ein Moor mit Cranberrys (46) und ein Moor mit Wildreis (45). Dieser Abschnitt ist nur mit dem Labyrinth verbunden, auf den restlichen Itinerario Atlántico kommst du von hier aus nicht. Deshalb habe ich mir den amerikanischen Teil angesehen und bin zum Eingang zurückgegangen.
Wildreis (Zizania palustris) wächst in der Region der Großen Seen, die Ureinwohner Nordamerikas sammeln ihn seit jeher. Reis heißt er nur wegen der Ähnlichkeit: Die Körner sind lang und dunkel, mit asiatischem Reis ist er aber nicht verwandt. Im Herbst finden Zugvögel in solchen Mooren Nahrung.


Moor mit Wildreis

Die Tafel zur Banks-Kiefer (Pinus banksiana) erklärt, dass solche Wälder auf trockenen, steinigen Böden wachsen und Waldbrände gut überstehen.
Unterwegs kommst du an Trinkbrunnen vorbei, im Garten gibt es mehrere davon.

Im Uferwald mit amerikanischen Erlen (44) wachsen Ahornbäume. Die indigenen Völker im Osten Nordamerikas ritzten jedes Frühjahr die Rinde des Ahorns an und sammelten den süßen Saft, aus dem sie Sirup kochten. Für einen Liter Sirup braucht man dreißig bis vierzig Liter Saft. Den meisten Ahornsirup der Welt produziert bis heute Kanada.


Ahorn
4. Jardín de la Isla: Brücken, Teiche und die Geschichte des Landguts
Vom Eingang aus bin ich an der Farnsammlung (5) vorbei und über den Bach Peñafrancia zum Jardín de la Isla gegangen. Das ist der älteste Teil des Botanischen Gartens, das ehemalige Landgut des Gijóner Industriellen Florencio Valdés. Der Garten wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. Näher am Eingang liegen Teiche mit Wasserpflanzen (25), Ziegelbrücken mit weißen Geländern und Baumfarne, weiter hinten Ziersträucher (18) und Pflanzen aus Fernost (17).


Hier fühlt es sich nicht nach botanischer Sammlung an, sondern einfach nach einem schönen alten Park. Schattig, ruhig, an den Brücken wachsen Begonien, über dem Wasser hängen Baumfarne.


Walderdbeere und Brücke über dem Teich


Begonie und Baumfarn


Begonien an der Brücke


Nandina
Entlang einer Steinmauer stehen Tafeln zur Geschichte des Landguts, sie sind nur auf Spanisch. Sie erzählen von der Glasfabrik von Valdés, von seiner Familie und davon, wie damals der Hafen von Gijón ausgebaut wurde. Dazu gibt es viele alte Fotos vom Haus und vom Garten.


Florencio Valdés und seine Familie


Glasfabrik und Hafen von Gijón


Garten und Haus des Landguts auf alten Fotos
5. Pavillons: Geschichte der Gärten und Flora Kantabriens
Vom Jardín de la Isla bin ich an den Obstbäumen der Neuen Welt (11) vorbei in den oberen Teil der Factoría Vegetal gegangen. Hier stehen zwei Pavillons mit Ausstellungen, daneben gibt es Toiletten. Geh unbedingt in die Pavillons: Dort findest du einige der spannendsten Tafeln im ganzen Garten.

Im Saal über Kantabrien geht es um Klima, Flora und den Schutz der Pflanzen in der Region, dort steht auch ein Reliefmodell der Landschaft mit einem Schnitt durch die Gesteinsschichten. Im anderen Saal geht es um die Geschichte der Gärten: vom Garten Eden, Ägypten und den Hängenden Gärten von Babylon bis zur Alhambra in Granada, Versailles und modernen Parks. An der Tafel über arabische Gärten kannst du an Jasmin und Orangenblüten riechen. Auf drehbaren Würfeln stehen die Geschichten von Pflanzen, die „Pflanzenjäger“ nach Europa gebracht haben. Im 16. und 17. Jahrhundert zahlte man zum Beispiel für eine einzige Tulpenzwiebel bis zu 1.500 Goldmünzen.



Rose und Astern
6. Factoría Vegetal: Gemüsegärten der Neuen und Alten Welt
Die Factoría Vegetal ist der Teil des Gartens, in dem es um Pflanzen geht, die der Mensch nutzt: essbare Pflanzen, Heil-, Duft- und Ritualpflanzen sowie Bienenpflanzen (16). Neben den Pavillons wachsen Pflanzen aus Amerika, zum Beispiel der Peruanische Pfefferbaum und Agaven.



Peruanischer Pfefferbaum und Agave


Die Gemüsegärten sind in Neue und Alte Welt aufgeteilt. In den Gärten der Neuen Welt (15) wächst, was aus Amerika nach Europa kam: Kürbisse, Paprika, Mais, Tomaten. In den Gärten der Alten Welt (14) wachsen Wassermelonen, Okra, Auberginen, Rote Bete und Lauch. Jede Kultur hat ein Schild mit Namen, Herkunft und QR-Code. Es gibt sogar ein eigenes Beet mit Unkräutern und Pflanzen vom Wegesrand (13).





Okra aus Ostafrika

Am überraschendsten im Gemüsegarten waren die weißen Auberginen der Sorte „White Egg“. Sie sehen wirklich aus wie Hühnereier. Daher kommt auch das englische Wort eggplant: Die ersten Auberginen, die man in Europa zu sehen bekam, waren genau so, weiß und oval.


Auberginen „White Egg“



Fuchsie und Zitrusfrucht
7. Quintana de Rionda, Schaubienenstock und alte Apotheke
Neben den Gemüsegärten steht die Quintana de Rionda, ein traditioneller asturischer Hof: Wohnhaus, Stall, Mühle und Hórreo. Ein Hórreo ist ein hölzerner Speicher auf Steinpfeilern. Er steht erhöht, damit Mäuse und Feuchtigkeit nicht ans Getreide kommen. In asturischen Dörfern siehst du sie bis heute überall.

An einer Ziegelmauer hängt ein großer Bronzekopf des Busgosu. Das ist ein Waldgeist aus der asturischen Mythologie, halb Mensch, halb Ziegenbock, der Hüter der Wälder. Im Garten gibt es eine Augmented-Reality-Route namens „Los Secretos del Botánico“: Über das Handy kannst du Figuren aus asturischen Legenden begegnen.

Auch in den Gebäuden der Factoría Vegetal gibt es Ausstellungen. Als Erstes habe ich dort einen Bienenstock mit Glaswänden und lebenden Bienen gesehen.


Eine Tafel daneben zeigt, wo die Königin sitzt, wo die Larven sind und wo der Honig. Gleich nebenan erklärt eine Ausstellung, warum Bestäuber bedroht sind und was jeder Einzelne dagegen tun kann.

In einem der Säle ist das Arbeitszimmer eines reisenden Naturforschers nachgebaut.

Danach kommen Säle über Kulturpflanzen. Eine Tafel erinnert daran, dass Kolumbus Weizen, Weinreben und Oliven in die Neue Welt brachte und von dort der Mais nach Europa kam. In einer Vitrine liegen Maiskolben verschiedener Sorten, außerdem gibt es kleine Szenen mit Schaufensterpuppen und alten Werkzeugen.


Im Nachbargebäude steht eine alte Mühle, daneben gibt es eine Ausstellung über Brot und Getreide.



Brot, Getreide und Mais


Mir hat die Vitrine mit riesigen Packungen ganz normaler Lebensmittel gefallen: Kakao, Ananas aus der Dose, Wein. Da sieht man sofort, wie viel im Supermarkt aus Pflanzen gemacht ist.

Unter dem Dach eines der Gebäude ist eine alte Apotheke mit Labor eingerichtet (la botica): Glaskolben, Destillierapparate, Gläser mit getrockneten Kräutern und Tafeln über Heilpflanzen.


Alte Apotheke
Das anschaulichste Beispiel ist die Weide. Weidenrinde wurde schon in der Antike gegen Schmerzen verwendet, aus ihr wurde Salicin gewonnen, und auf dieser Grundlage entstand Acetylsalicylsäure, also Aspirin.


Daneben steht eine Tafel über anregende Pflanzen: Kaffee, Tee und Mate.

8. Obstbäume der Alten Welt
Im unteren Teil der Factoría Vegetal wachsen Obstbäume der Alten Welt (12): Granatäpfel, Kakis, Zitrusfrüchte und Mispeln. Die Mispel ist eine alte europäische Frucht, man isst sie erst überreif, wenn das Fruchtfleisch weich geworden ist. In Spanien heißt sie níspero común.



Mispel und Kaki

9. Kantabrische Wälder: Stechpalme und Feldahorn
Von hier aus bin ich durch den westlichen Teil des Entorno Cantábrico gegangen: Wälder (1), Wasserpflanzen (4), Sträucher (2) und Wiesen (3). Im Waldbereich sind typische Wälder Nordspaniens zu sehen, zum Beispiel Buchenwälder mit Wald-Bingelkraut.

Im Unterholz wächst viel Stechpalme, im Herbst trägt sie rote Beeren.


Stechpalme

Außerdem wächst hier Feldahorn (Acer campestre) mit kleinen gelappten Blättern.


Feldahorn

10. Noch einmal Jardín de la Isla: Teich, Eukalyptus, Pergolen und ein alter Tennisplatz
Danach bin ich wieder an den Obstbäumen der Neuen Welt (11) vorbeigegangen und zurück in den Jardín de la Isla.

Hier gibt es Ziersträucher (18), Steingärten (23), Zwiebelpflanzen (22) und Kamelien (19), außerdem einen Teich mit Fontäne unter großen Bäumen.



Nadelbäume und Zeder

Hier steht das Haus des Landguts, und im Jardín de la Isla ist außerdem der älteste Tennisplatz Asturiens erhalten. In diesem Teil gibt es viele Pergolen, alte Skulpturen, große Platanen und Eukalyptusbäume.


Im Herbst färben sich die Blätter hier schon gelb und rot.

Die Eukalyptusbäume sind riesig, um sie anzuschauen, musst du den Kopf weit in den Nacken legen.


Eukalyptus


Bemooste Statue


Pergolen und Platanen
11. Europäisches boreales Biom: Fichten, Birken und Kiefern
Hinter dem Haus des Landguts beginnt der europäische Teil des Itinerario Atlántico. Hier gibt es einen Fichtenwald (26), boreale Erlen (27), Birkenwälder (28), Weidengebüsch (29), Waldkiefern (31) und ein Moor mit Zwergbirken (32). Über den feuchten Boden führen Holzstege, zwischen den Bäumen liegen Findlinge. Eine Tafel erklärt, dass die Waldkiefer dort wächst, wo es andere Bäume schwer haben: auf trockenen, nährstoffarmen oder im Gegenteil auf sumpfigen Böden.



Fichtenwald

Birken, Kiefern und Holzstege: Das sieht aus wie ein nordischer Wald irgendwo in Skandinavien.

Die meisten Wege sind hier Holzstege.


Am Boden wachsen Farne, zum Herbst hin werden sie rostbraun.

Der Kiefernwald ist hell, unter den Füßen liegt ein weicher Teppich aus Nadeln, ein bisschen wie in Brandenburg.



Tüpfelfarn
12. Erlenwald am Bach und Eichenhain
Danach führt der Weg bis an den äußersten Rand des Gartens, in die europäischen Wälder der gemäßigten Zone: den Erlenwald am Bach (35) und den Eichenhain (36).

Die Pfade verlaufen mal auf der Erde, mal über Holzstege.

Carbayo heißt auf Asturisch Stieleiche, und eine carbayera ist ein Eichenhain. Eine Tafel am Weg erzählt, dass dieser Hain seit etwa anderthalb Jahrhunderten nicht mehr abgeholzt wurde.


Hier ist es feucht, still und fast menschenleer.


Erlenwald

Unter den Bäumen wächst Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), eine typische Pflanze feuchter Laubwälder in Europa, und auf umgestürzten Stämmen sitzen viele Pilze.


Schmetterlingstramete

Die Pfade sind hier schmal, an den Rändern steht hohes Gras.


13. Picknickwiese
Durch den Mischwald (38) kommt der Weg auf eine Wiese mit Picknicktischen aus Holz, fast mitten im Wald. Auf der Karte findest du sie leicht an den Symbolen für Toilette und Trinkbrunnen. Pack dir unbedingt etwas zu essen ein: Nach ein paar Stunden Spaziergang kann man hier sehr schön sitzen und essen.


14. Buchenwald und Carbayera de El Tragamón
Von der Wiese bin ich den oberen Weg durch den Buchenwald (39) und den Mischwald (38) gegangen und zur Carbayera de El Tragamón (37) gekommen. Das ist ein geschütztes Naturdenkmal, etwa die Hälfte des Hains gehört zum Botanischen Garten.

Eine weitere Tafel erzählt von den Kohlenmeilern (carboneras). Bis ins 20. Jahrhundert wurde in den Kantabrischen Bergen Holzkohle von Hand hergestellt: Das Holz wurde um zwei senkrechte Stämme aufgeschichtet, mit Erde und Zweigen abgedeckt und langsam, fast ohne Luftzufuhr, verkohlt.



Buchen- und Mischwald


Mehr als sechzig Eichen der Carbayera sind über dreihundert Jahre alt, einige sogar über vierhundert.

15. Bosque de los Niños und der Weg zum Ausgang
Neben der Carbayera gibt es einen Spielplatz, den „Kinderwald“ (Bosque de los Niños). In der Mitte steht zwischen Baumfarnen der riesige Kopf eines Fabelwesens: Aus seinem Maul kommt eine Rutsche, daneben gibt es einen Kriechtunnel. In diesem Bereich wohnen Figuren aus asturischen Legenden, zum Beispiel der cuélebre, eine geflügelte Schlange, die der Sage nach Schätze bewacht.


Bosque de los Niños
Von hier bin ich wieder hinunter zum Ausgang gegangen.



Auf dem Weg zum Ausgang blühten noch Primeln.

Hinaus geht es wieder durch den Haupteingang.

Anfahrt zum Botanischen Garten Gijón
Der Garten liegt am östlichen Stadtrand neben der Universidad Laboral. Vom Zentrum aus kommst du am einfachsten mit dem Bus oder dem Taxi hin.
- Bus: Linie 1 der städtischen Verkehrsbetriebe EMTUSA (Strecke El Cerillero – Hospital de Cabueñes), Haltestelle Jardín Botánico. Ein Ticket kostet 1,50 €, zahlen kannst du mit Karte oder bar. Auch andere Linien fahren zum Garten, die Verbindung prüfst du am besten in Google Maps
- Taxi oder Uber: vom Zentrum etwa 7-10 €
- Mit dem Auto: Neben dem Eingang gibt es einen Parkplatz
Praktische Infos
- Adresse: Avenida del Jardín Botánico, 2230, 33394 Gijón, Asturias
- GPS: 43.521502, -5.615784
- Öffnungszeiten: Januar, Februar, Oktober bis Dezember 10:00-18:00 Uhr; März 10:00-19:00 Uhr; April und September 10:00-20:00 Uhr; Mai bis August 10:00-21:00 Uhr (vor dem Besuch auf der Website prüfen)
- Ruhetag: Montag (im Juli und August ist der Garten auch montags geöffnet)
- Letzter Einlass: 45 Minuten vor Schließung
- Eintritt: Erwachsene 2,90 €; 12 bis 26 Jahre und über 65 Jahre 1,80 €; Kinder unter 12 Jahren frei
- Universidad Laboral (gegenüber): Führung ca. 75 Minuten, 6 € (ermäßigt 4,50 €), Termine auf laboralciudaddelacultura.com
- Kombiticket Führung Laboral + Botanischer Garten: 7 € (ermäßigt 5,50 €)
- Führungen: im Eintrittspreis enthalten, am besten vorher reservieren
- Eröffnet: 2003
- Größe: rund 25 Hektar, etwa 30.000 Pflanzen von rund 2.000 Arten
- Anfahrt: Bus Nr. 1 bis zur Haltestelle Jardín Botánico (1,50 €), Taxi vom Zentrum 7-10 €
- Zeitbedarf: mindestens 2 Stunden, besser 3
- Website: botanico.gijon.es
- Google Maps: Link
Tipps
- Zeit: mindestens 2 Stunden, besser 3, wenn du es nicht eilig hast. Wenn du die Tafeln in den Pavillons liest, verbringst du hier leicht einen halben Tag
- Mit der Laboral kombinieren: Das Gebäude mit dem Turm steht direkt gegenüber. Bei der Führung geht es hinauf auf die Aussichtsplattform des Turms, und das Kombiticket mit dem Garten kostet 7 €
- Papierkarte: Die Sammlungen sind darauf nummeriert, so lässt sich der Spaziergang gut planen
- Amerikanischer Teil am Labyrinth: Von dort kommst du nicht auf den restlichen Itinerario Atlántico, du musst zurück zum Eingang
- Proviant: Weiter hinten im Garten gibt es eine Wiese mit Picknicktischen fast im Wald, außerdem stehen überall im Garten Bänke
- Toiletten: bei den Pavillons im oberen Teil der Factoría Vegetal und an der Picknickwiese
- Wasser: Im Garten gibt es Trinkbrunnen
- Schuhe: Viele Wege sind unbefestigt und nach Regen oft feucht
- Mit Kindern: das Labyrinth mit dem Pflanzenmodell im Leuchtturm, der Bosque de los Niños mit Rutsche, der Bienenstock mit lebenden Bienen und die Comic-Tafeln
- Sprache: Die wichtigsten Tafeln und Pflanzenschilder sind auf Spanisch und Englisch, einige Vitrinen und historische Tafeln aber nur auf Spanisch
- Veranstaltungen: Am Eingang hängt das Programm mit Führungen, Workshops und Vorträgen. Das meiste findet auf Spanisch statt
- Montag: Der Garten ist geschlossen, außer im Juli und August
Häufige Fragen (FAQ)
Mit dem Stadtbus Nr. 1 von EMTUSA bis zur Haltestelle Jardín Botánico. Das Ticket kostet 1,50 €, zahlen kannst du mit Karte oder bar. Mit dem Taxi oder Uber kostet die Fahrt vom Zentrum etwa 7-10 €.
Ein Ticket für Erwachsene kostet 2,90 €, für junge Leute von 12 bis 26 Jahren und Besucher über 65 Jahre 1,80 €. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Es gibt auch ein Kombiticket mit der Universidad Laboral für 7 €.
Mindestens 2 Stunden, um die wichtigsten Bereiche zu sehen. Wenn du in Ruhe durch den Wald spazieren und die Tafeln in den Pavillons lesen möchtest, plane lieber 3 Stunden oder mehr ein.
Ja. Weiter hinten im Garten gibt es eine Wiese mit Picknicktischen aus Holz, daneben eine Toilette und einen Trinkbrunnen, Bänke gibt es auch viele. Das Essen bringst du am besten selbst mit.
Ja: Es gibt das Lorbeerlabyrinth mit Leuchtturm, den Bosque de los Niños mit Rutsche, einen gläsernen Bienenstock mit lebenden Bienen und Tafeln im Comic-Stil. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.
Die wichtigsten Tafeln und die Pflanzenschilder sind ins Englische übersetzt, einige Vitrinen und historische Tafeln gibt es aber nur auf Spanisch.
Montags, außer im Juli und August. Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison: Im Winter ist der Garten bis 18:00 Uhr geöffnet, im Sommer bis 21:00 Uhr. Letzter Einlass ist 45 Minuten vor Schließung.
Lohnt sich der Botanische Garten Gijón?
Ja, vor allem wenn du ruhige Orte magst. Du kannst einfach spazieren gehen oder die Tafeln lesen. Ich habe hier viel Neues über Pflanzen und über Asturien erfahren. Für mich ist das einer der angenehmsten Orte in Gijón.