Kloster der Zehntausend Buddhas in Hongkong: Guide & Tipps
Das Kloster der Zehntausend Buddhas in Sha Tin ist einer der ungewöhnlichsten Tempel Hongkongs. Zu ihm führt eine Treppe mit mehreren hundert Stufen, und entlang des Weges stehen goldene Mönchsstatuen. Ganz oben grenzt dann der buddhistische Komplex überraschend an einen taoistischen Tempel.

Kloster der Zehntausend Buddhas — was ist das für ein Ort
Es ist ein buddhistisches Kloster im Stadtteil Sha Tin, in den New Territories von Hongkong. Auf Chinesisch heißt es Man Fat Sze (萬佛寺), was genau „Kloster der zehntausend Buddhas“ bedeutet. Den Namen kann man fast wörtlich nehmen: Es gibt hier tatsächlich rund 13.000 Buddha-Figuren. Und „zehntausend“ steht in der chinesischen Kultur eher für „unzählig viele“ als für eine genaue Zahl.
Damit gleich keine Verwirrung aufkommt: Die eigentlichen „zehntausend Buddhas“ sind die kleinen Figürchen im Saal ganz oben. Die Statuen, die einen den ganzen Weg über die Treppe hinauf begleiten, sind dagegen keine Buddhas, sondern Arhats. Dazu gleich mehr.
Gegründet wurde das Kloster vom Mönch Yuet Kai. Er kam Ende der 1940er-Jahre vom chinesischen Festland nach Hongkong und begann 1949 zusammen mit seinen Schülern direkt am Hang des Hügels mit dem Bau. Die Arbeiten dauerten rund acht Jahre — 1957 wurde das Kloster eröffnet. Es ist also kein uraltes Denkmal, sondern ein Tempel aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Der Aufstieg vorbei an goldenen Arhats
Der Hauptweg zum Kloster ist eine Treppe mit etwa 430 Stufen, und zu beiden Seiten stehen lebensgroße goldene Statuen. Es sind Arhats (auf Chinesisch: Luohan): Im Buddhismus nennt man so die Schüler Buddhas, die zur Erleuchtung gelangt sind. Man kann sie mit den Heiligen im Christentum vergleichen. Die Statuen schufen Meister aus den Provinzen Yunnan und Guangdong, und kein Gesicht gleicht dem anderen.
Buddha ließ die Arhats in der Welt zurück, um die Lehre bis zur Ankunft des künftigen Buddha zu bewahren. Dargestellt werden sie in Gruppen — meist als die achtzehn kanonischen Luohan, in großen Klöstern wie diesem aber an die fünfhundert.


Die goldenen Arhats ziehen sich den ganzen Aufstieg entlang
Der Aufstieg ist steil und kostet Kraft. Wer im Sommer hierherkommt, wenn ganz Hongkong unter der Sonne dahinschmilzt und es draußen über 35 Grad hat, wird es nicht leicht haben. Aber es lohnt sich trotzdem.
Anfangs hatte ich das Gefühl, in einem surrealen Film gelandet zu sein. Ich betrachtete eine Statue nach der anderen — und alle sind völlig verschieden. Einer hat die Hände zum Gebet gefaltet, ein anderer stützt die Wange und scheint über etwas nachzudenken, ein dritter lacht aus vollem Hals. Es gibt einen Arhat mit langem Bart, einen ganz jungen, einen, der eine Schale oder eine Schriftrolle hält. Lebendige, fast karikaturhafte Charaktere.
Und das ist nicht bloß Treppenschmuck. Ein Arhat (auf Sanskrit „der Würdige“) ist im Buddhismus jemand, der den ganzen Weg gegangen ist, sich von allen Begierden befreit und den Kreislauf der Wiedergeburten verlassen hat — danach kommt nur noch das Nirwana. Jede Figur auf dem Aufstieg steht für eine bestimmte Eigenschaft: Weisheit, Geduld, Mitgefühl, innere Stärke. Manche halten ein Attribut in der Hand — eine Bettelschale, eine Schriftrolle, einen Stab oder einen Gebetskranz; andere bändigen einen Drachen oder einen Tiger. Im Grunde ist es eine Bildsprache, in der Haltung und Gegenstand in der Hand eine ganze Geschichte erzählen.
Deshalb lohnt es sich, die betont seltsamen Figuren genauer zu betrachten. Übermäßig lange Augenbrauen, ein zum Himmel gestreckter Arm, ein riesiger Bauch — all das ist keine Erfindung des Bildhauers, sondern Kanon. Er geht auf die ältesten Darstellungen von Arhats zurück, die man dem Mönch und Maler Guanxiu (9. Jahrhundert) zuschreibt: Er malte sie als wundersame Fremde — mit buschigen Brauen, großen Nasen und markanten Gesichtern. Und die auffälligsten Merkmale haben jeweils eine konkrete Bedeutung. Der langarmige Arhat (er heißt Panthaka) ist einer der bekanntesten: Der Überlieferung nach konnten sich seine Arme beliebig weit ausstrecken, sodass er Früchte von den höchsten Baumwipfeln pflückte und anderen dort half, wo ein gewöhnlicher Mensch nicht hinreicht. Der lange Arm steht also für die Fähigkeit zu helfen und jene zu „erreichen“, die Hilfe brauchen. Die langen Augenbrauen anderer Figuren wiederum sind ein Zeichen für viele Jahre der Askese und angesammelte Weisheit. Unter den goldenen Mönchen sollte man also nicht nach Schönheit suchen, sondern nach Charakter.



Links der „nachdenkliche“ Arhat, der die Wange aufstützt; rechts ein weißbärtiger Greis

Wenn man sich beim Aufstieg umdreht, ragen direkt hinter den Figuren die Wohntürme von Sha Tin auf. Unten goldene Mönche, oben Hochhäuser — an dieses Nebeneinander gewöhnt man sich in Hongkong schnell.


Das Kloster steht an einem bewaldeten Hang, ringsum viel Grün
An den roten Mauern hinter den Statuen hängen runde Medaillons und Tafeln mit Schriftzeichen. Wer genauer hinsieht, merkt: Das ist nicht bloß Dekoration. Auf den runden Medaillons stehen klassische buddhistische Formeln, etwa „法水長流“ („die Lehre fließt wie Wasser und versiegt nie“) und „法輪常轉“ („das Rad der Lehre dreht sich endlos“). Und auf den roten Tafeln stehen Worte des Klostergründers selbst, des Mönchs Yuet Kai. Auf einer steht zum Beispiel: „Die Buddha-Natur hat weder Anfang noch Ende.“


Die Medaillons ergeben buddhistische Formeln — über die Lehre, die wie Wasser fließt und nie versiegt

Ich hatte gelesen, dass es am Hang hier wilde Affen geben kann, aber mir sind keine begegnet. Falls ihr doch welche seht — holt vor ihnen kein Essen heraus und reizt sie nicht, dann bleibt alles ruhig.


Näher am Gipfel findet sich zwischen den Figuren Bougainvillea

Die Haupthalle: 12.800 Buddhas und der unvergängliche Körper des Gründers
Der Aufstieg mündet auf einer Terrasse, an der Haupthalle. Drinnen wird sofort klar, woher der Name kommt: Alle Wände sind vom Boden bis zur Decke mit kleinen goldenen Buddha-Figürchen bedeckt. Es sind etwa 12.800, jede in ihrer eigenen Nische. Anders als die goldenen Arhats auf der Treppe sind diese Figürchen klein und einander ziemlich ähnlich — beeindruckend ist gerade ihre schiere Menge. Sowohl das Kloster selbst als auch seine Ausstattung entstanden aus den Spenden einfacher Gläubiger.
Die Idee der „zehntausend Buddhas“ geht nicht um eine genaue Zahl. Das Schriftzeichen 萬 („wan“) bedeutet sowohl „zehntausend“ als auch einfach „unzählig viele“, sodass man es genauer als „Saal der unzähligen Buddhas“ bezeichnen könnte. Dahinter steckt ein für den Buddhismus wichtiger Gedanke: Buddha ist nicht der Einzige. Man glaubt, dass es unzählige Buddhas gab und noch geben wird und dass die Fähigkeit zum Erwachen in jedem Lebewesen angelegt ist. Eine Wand aus tausenden gleichen goldenen Figuren steht genau dafür: für die Vielzahl der Wege zu ein und demselben Zustand.


Auf dem Altar sitzen drei große goldene Buddhas. Und gleich daneben befindet sich das, weswegen viele überhaupt hierherkommen. Der Klostergründer, der Mönch Yuet Kai, starb 1965 im Alter von 87 Jahren. Nach buddhistischer Tradition wurde sein Körper im Lotussitz bestattet. Acht Monate später öffnete man den Sarg — und der Überlieferung nach war der Körper unversehrt geblieben. Daraufhin überzog man ihn, wie es der Mönch verfügt hatte, mit Lack und Blattgold und stellte ihn in einem gläsernen Schrein im Saal aus. Diese Reliquie nennt man den „unvergänglichen Diamantkörper“. Ich habe ihn nicht fotografiert — das sieht man besser mit eigenen Augen.


Vor den Figuren stehen Opfergaben — Früchte, mit roten Bändern umwickelt. Eine Pomelo mit dem Schriftzeichen 福 („Glück“, „Wohlergehen“) ist eine übliche Gabe in chinesischen Tempeln.

Außen ist die Fassade der Haupthalle mit einem großen goldenen Drachen und den Schriftzeichen 萬佛 — „zehntausend Buddhas“ — geschmückt.



Die neunstöckige Pagode und der Hauptplatz
Das markanteste Bauwerk des Klosters ist die rote Pagode mit neun Stockwerken. Sie steht auf dem Hauptplatz, und über die Fassade jedes Stockwerks sind kleine Buddha-Figürchen verteilt. An einem klaren Tag macht sich ihre rote Silhouette gut vor den grünen Hügeln.

Der Hauptplatz ist eine offene Fläche mit Pavillons, großen goldenen Räuchergefäßen und Statuen. Ich war im Frühling tagsüber hier, und es waren kaum Menschen da — man kann alles in Ruhe ablaufen, ohne dass jemand stört.


Der Hauptplatz mit Pavillons. Dahinter Wald und die Berge von Sha Tin


Reliefdrachen winden sich um die Räuchergefäße für die Räucherstäbchen
Man sollte den Kopf heben — die Decken der Pavillons sind bemalt und mit Schnitzwerk verziert. Goldene Drachen und Phönixe auf dunkelblauem und rotem Grund.



Über den Platz verteilt stehen goldene Statuen von Bodhisattvas und Gottheiten. Da ist Guanyin — die Göttin der Barmherzigkeit, die am meisten verehrte weibliche Gestalt im chinesischen Buddhismus. Und Weito — ein Krieger und Beschützer der Lehre. Und ein vierköpfiger Brahma: Das ist schon ein thailändisches Motiv, solche Statuen sind in ganz Südostasien beliebt.


Links Guanyin, rechts Weito — der Beschützer der Lehre



Zwei Guanyins. Rechts die „kinderspendende“
Es gibt auch Bodhisattvas, die auf Tieren reiten — auf einem blauen Löwen und auf einem weißen Elefanten. In der chinesischen Tradition ist der Löwe das „Reittier“ von Manjushri, dem Bodhisattva der Weisheit, und der weiße Elefant das von Samantabhadra. Diese Pavillons stehen am Rand der Terrasse, und hinter ihnen breitet sich ganz Sha Tin aus.


Bodhisattva auf dem blauen Löwen. Dahinter ganz Sha Tin

Etwas abseits stehen goldene Figürchen der Tiere des chinesischen Tierkreises — Büffel, Hase und andere. Man kann sein eigenes Geburtsjahr finden.


Zwischen all dem Gold gibt es überraschend viele Blumen — besonders Bougainvillea.




Arhats, Blumen und Pagode auf einen Blick
Die obere Ebene: der taoistische Tempel ganz oben
Von der unteren Terrasse führt noch ein weiterer Aufstieg — ein kurzer Pfad geht nach oben, vorbei an einer roten Mauer mit Arhats, zu einem eigenen oberen Teil des Klosters.

Und nun ein Detail, das viele überrascht. Das Kloster nennt sich buddhistisch, aber ganz oben stehen taoistische Heiligtümer. Für Hongkong ist das ganz normal. Hier zieht man selten eine klare Grenze zwischen Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus — man nennt sie schlicht die „drei Lehren“ (san jiao) und verbindet sie ganz selbstverständlich in einem Leben, oft sogar unter einem Dach. Nach anderthalb Jahrhunderten unter britischer Verwaltung wurde Religion in Hongkong kaum reguliert, und solche gemischten Tempel wuchsen hier nur weiter.
Zur Religion hat man in Hongkong ein praktisches Verhältnis: Zu verschiedenen Göttern kommt man aus verschiedenen Anlässen. Für Gesundheit und geschäftliches Glück geht man zum taoistischen Wong Tai Sin, Fischer verehren die Meeresgöttin Tin Hau, und in eben jenem Stadtteil Sha Tin steht ein großer Tempel des Generals Che Kung, vor dem sich zum chinesischen Neujahr Schlangen für eine Weissagung bilden. Auch die steinernen Tai-Sui-Generäle ganz oben werden zu Jahresbeginn „besänftigt“, damit das Jahr ruhig verläuft. Wundert euch also nicht, wenn ihr Buddha, taoistische Götter und eine Schlange vor dem Räuchergefäß nebeneinander seht — für die Einheimischen ist das kein Widerspruch, sondern die Norm.

Das Erste, was einen oben empfängt, ist die Halle des Jadekaisers (Yu-huang). Im Taoismus ist er der höchste Herrscher des Himmels, so etwas wie der „Kaiser der Götter“. Und gleich daneben befindet sich ein ganzes Ensemble steinerner Figuren, für das es sich lohnt, bis ganz nach oben zu steigen.

In der Mitte des Platzes ist in den Boden ein Kreis eingelassen: das schwarz-weiße Yin-Yang-Zeichen, und ringsum die zwölf Tiere des chinesischen Tierkreises. Am Rand sitzen sechzig steinerne Generäle in Rüstung. Das sind die Tai Sui — die „Gottheiten des Jahres“. Nach chinesischem Glauben wird jedes Jahr des sechzigjährigen Zyklus von einem eigenen General regiert, und in ihrem Jahr kommen viele her, um sich mit ihm zu „versöhnen“, damit das Jahr glücklich verläuft.



Sechzig Tai-Sui-Generäle — einer für jedes Jahr des Zyklus
Die Gesichter der Generäle sind sehr unterschiedlich — streng, mit Schnurrbart, mancher mit Waffe, mancher mit einem Symbol in der Hand. Nach dem goldenen Glanz des unteren Klosters wirkt dieser graue Steinhof ganz anders: stiller und strenger.



Jeder hat sein eigenes Gesicht und Attribut — genau wie die Arhats unten


Rüstungen und Gesichter sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet


Auch steinerne Tiere finden sich — zum Beispiel ein Phönix

Von oben öffnet sich noch ein weiterer Blick auf die Pagode und den Wald — besonders schön gegen Abend.

Praktische Informationen
Praktische Informationen
- Was es ist: Kloster der Zehntausend Buddhas (Man Fat Sze, 萬佛寺), buddhistisch-taoistischer Komplex
- Adresse: 220 Pai Tau Village, Sha Tin, New Territories, Hongkong
- GPS: 22.3676, 114.1875
- Öffnungszeiten: 09:00–17:00 Uhr, täglich
- Eintritt: kostenlos
- Zeitbedarf: 1,5–2 Stunden für eine entspannte Besichtigung samt Aufstieg
- Aufstieg: etwa 430 Stufen, kein Aufzug
- Google Maps: Ten Thousand Buddhas Monastery
Anreise
Das Kloster liegt im Stadtteil Sha Tin, am einfachsten kommt man mit der Metro (MTR) hin. Ich habe eine kleine Karte mit dem Einstiegspunkt erstellt — damit findet man bequem von der Station zum Beginn der Treppe.
- Mit der MTR: East-Rail-Linie bis zur Station Sha Tin, Ausgang B. Von dort etwa 5 Minuten zu Fuß bis zum Dorf Pai Tau und weitere 10–15 Minuten bergauf über die Treppe mit den Arhats. Vor dem Einstieg auf Pfad und Treppe seht ihr ein Hinweisschild.
- Wichtig: Verwechselt es nicht mit dem benachbarten Por-Lam-Tempel — örtliche „Helfer“ schicken Touristen manchmal in die falsche Richtung. Das echte Kloster beginnt genau mit der Treppe der goldenen Arhats.
- Vom Zentrum Hongkongs: Von der Station Hong Kong / Central nach Sha Tin etwa 30–40 Minuten mit Umstieg auf die East Rail Line.
Tipps
- Kommt früh: Je früher, desto weniger Menschen und desto weniger Hitze beim Aufstieg. Im Sommer ist es in Hongkong sehr schwül — nehmt Wasser mit.
- Bequeme Schuhe sind Pflicht — die Treppe ist lang und stellenweise steil.
- Am Hang können wilde Affen auftauchen (mir sind keine begegnet). Falls ihr welche seht — holt vor ihnen kein Essen heraus und reizt sie nicht.
- Der untere Teil mit den goldenen Arhats und der obere Hof mit den steinernen Tai-Sui-Generälen sind zwei stimmungsmäßig ganz verschiedene Orte. Geht bis ganz nach oben, viele lassen das aus.
- Verbindet den Besuch mit einem Spaziergang durch Sha Tin: ganz in der Nähe liegen die Promenade entlang des Shing-Mun-Flusses und ein Park.
Lohnt sich der Besuch
Das Kloster der Zehntausend Buddhas ist ein Ort, an dem man leicht einen halben Tag verbringt, ohne es zu merken. Schon der Aufstieg vorbei an den goldenen Arhats ist die Reise wert: fünfhundert verschiedene Gesichter, und kein einziges gleicht dem anderen. Und ganz oben wartet ein ganz anderer, stiller Teil — der steinerne taoistische Hof und der Blick auf die Berge. Und das Beste vielleicht: Der Eintritt ist kostenlos, und der Eindruck bleibt einer der stärksten der Stadt.
FAQ
Mit der MTR auf der East-Rail-Linie bis zur Station Sha Tin, Ausgang B. Von dort etwa 5 Minuten zu Fuß bis zum Dorf Pai Tau und 10–15 Minuten die Treppe mit den goldenen Arhats hinauf. Vom Zentrum Hongkongs dauert der Weg ungefähr 30–40 Minuten.
Der Eintritt ist kostenlos. Es ist einer der wenigen großen Tempel Hongkongs, in den man ohne Ticket hineingehen kann.
Im Schnitt 1,5–2 Stunden: der Aufstieg über die Treppe, die Haupthalle mit den Buddha-Figuren, der Platz mit der Pagode und die obere taoistische Ebene mit den steinernen Tai-Sui-Generälen.
Zum Tempel führt eine Treppe mit etwa 430 Stufen, einen Aufzug gibt es nicht. Der Aufstieg ist machbar, aber stellenweise steil — man braucht bequeme Schuhe und Wasser, besonders bei Hitze.
In Hongkong existieren Buddhismus und Taoismus friedlich nebeneinander. Ganz oben befinden sich die Halle des Jadekaisers und der Hof der sechzig Tai-Sui-Generäle — taoistischer „Gottheiten des Jahres“, zu denen man für Glück in seinem Jahr betet.
Jeder Tag eignet sich — das Kloster ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Je früher ihr kommt, desto weniger Menschen und desto kühler beim Aufstieg. Gegen Abend wirken die Pagode und die Ausblicke von der oberen Terrasse besonders schön.
Das sind Arhats (Luohan) — Schüler Buddhas, die zur Erleuchtung gelangt sind, das Pendant zu Heiligen. Es sind an die fünfhundert, und jedes Gesicht und jede Haltung ist einzigartig. Die Statuen schufen Meister aus den Provinzen Yunnan und Guangdong.
Ab Frankfurt und München gibt es Direktflüge zum Flughafen Hongkong (HKG), die Flugzeit beträgt etwa 11–12 Stunden. EU-Bürger benötigen kein Visum und dürfen visumfrei bis zu 90 Tage bleiben — ein gültiger Reisepass genügt. Vom Flughafen erreicht man Sha Tin bequem mit dem Airport Express und einem Umstieg auf die MTR.