Datça, Türkei — Tagesausflug von Marmaris: Altstadt, Strände & Sonnenuntergang
„Wenn du es eilig hast — was willst du dann in Datça?“ — fragt eine gemalte Schnecke von einer Hauswand in der Altstadt. Wir sind mit dem Roller von Marmaris aus für einen Tag auf die Halbinsel gefahren: morgens Gassen mit Läden und Katzen, mittags wilde Strände über Serpentinen entlang der Küste, abends Sonnenuntergang auf Kieselsteinen. Hier ist unsere Route.

Warum Datça — und warum mit dem Roller
Von Marmaris nach Datça sind es 75 km und anderthalb Stunden Serpentinen durch die Berge. Man kann mit dem Auto fahren oder mit dem Dolmuş (dem lokalen Minibus, fährt vom Busbahnhof). Aber ich empfehle den Roller, und zwar deshalb: Die halbe Freude ist der Weg selbst. Auf dem Roller fühlt sich die Serpentine ganz anders an als aus dem Autofenster. Außerdem kommt man auf der Halbinsel bequem zu Stränden, die der Dolmuş nicht anfährt.
Ein Roller in Marmaris kostet ab 800–1000 TL pro Tag (ca. 24–30 €), man braucht einen Führerschein der Klasse A. Tankstellen gibt es unterwegs, ein Tank reicht für die gesamte Hin- und Rückfahrt.
Die Altstadt von Datça (Eski Datça)
Die Altstadt (Eski Datça) ist ein eigener Ortsteil, ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt. Vor zwanzig Jahren war es ein fast verlassenes Dorf. Inzwischen wurden die Häuser restauriert, Boutique-Hotels, Werkstätten und Cafés eröffnet. Aber nicht auf Hochglanz poliert — hier ist es nach wie vor ruhig, Katzen streunen durch die Gassen, und hinter jeder Ecke rankt Bougainvillea.
Auf dem Weg zur Altstadt empfehle ich einen Abstecher — hier die Koordinaten. Als wir dort waren, war leider geschlossen, aber wenn ihr Glück habt und es offen ist — geht rein. Dort gibt es schöne alte Türen und einen Innenhof.

In Eski Datça lebte und liegt begraben der türkische Dichter Can Yücel — eine Figur in etwa wie Bukowski für Amerika, ein rebellischer Poet mit spitzer Zunge. Sein Haus steht in einer der Gassen, und im Café „Orhan’ın Yeri“ gibt es eine Ecke mit seinen Fotos und Gedichten.

Türen und Details
Die Türen hier sind alle verschieden. Manche sind alt und aus Holz, mit geschmiedeten Ringklopfern. Andere frisch restauriert, in Türkis oder Grün gestrichen, mit Fensterläden.



Jedes Haus ist auf seine Weise restauriert

Die Moschee in der Bougainvillea
In der Altstadt gibt es eine kleine Moschee, die man im Sommer erst mal übersieht — die pinke Bougainvillea verdeckt sie fast komplett. Nur das Minarett ragt heraus.


Dieselbe Moschee von verschiedenen Seiten
Blumen
Wer im Juni fährt — alles blüht. Bougainvillea umrankt jedes zweite Haus, zwischen den Steinen drängt sich Trompetenblume (orangefarbene Röhrenblüten), in den Höfen stehen Töpfe mit Jasmin.


Die roten sind keine Bougainvillea, sondern Trompetenblumen. Wachsen hier an jedem Zaun

Katzen und Hunde
Katzen gibt es hier jede Menge. Sie liegen im Schatten, posieren und rühren sich nicht, selbst wenn man direkt herangeht.



Einheimische — flauschig und weniger flauschig
Läden und Souvenirs: Mandeln, Honig, Olivenöl
Datça heißt Mandeln. Die gesamte Halbinsel ist damit bepflanzt, und in jedem Laden gibt es Mandelpaste, Mandelöl und Mandelsüßigkeiten. Außerdem: lokales Olivenöl, hausgemachte Marmeladen aus Feigen und Zitrusfrüchten, Limonaden und handgemachte Seife.
Am Platz der Altstadt gibt es den Laden „Elif’in El Sanatları“ — Schmuck aus Muscheln, Magnete, Handarbeiten. Daneben das Café „Badem“ (badem heißt auf Türkisch natürlich Mandel).


Google Maps
- Google Maps: Souvenirladen
Ich empfehle, in einen der Lebensmittelläden zu gehen und die lokalen Marmeladen und Limonaden zu probieren. Eine Flasche hausgemachte Limonade kostet 50–100 TL (ca. 1,50–3 €), ein Gläschen Marmelade ab 80 TL (ca. 2,50 €).




Ein schönes Mitbringsel — Olivenöl oder handgemachte Seife
Street Art und Werkstätten
Das bekannteste Wandbild von Datça ist die Schnecke mit der Aufschrift „Acelen varsa, ne işin var Datça’da“ („Wenn du es eilig hast — was willst du dann in Datça?“). Es ist an die Wand des Cafés „Tek Buçuk“ gemalt, daneben liegt die Konditorei „Tekin Usta Dondurma Pakize“ (das Eis dort ist übrigens gut).

In der Nachbarstraße gibt es ein Wandbild mit einem Olivenbaum und Kunstwerkstätten.


Die Küstenstraße: Berge, Strände und Buchten
Nach der Altstadt sind wir auf den Roller gestiegen und weiter über die Halbinsel Richtung Strände gefahren. Die Straße führt durch die Berge, unten liegt das Meer mit Buchten. Alle paar Kilometer gibt es eine Abfahrt zum nächsten Strand.



Die Strände hier sind unterschiedlich: An manchen stehen Liegen und es gibt ein Café, an anderen ist absolut niemand. Das Wasser ist glasklar, der Boden ist Kies und Stein — Badeschuhe sind also hilfreich.



Praktische Infos
- GPS der Strände: 36.7368, 27.5496
- Wasser: Unbedingt mitnehmen, an wilden Stränden gibt es keine Geschäfte
- Schuhe: Badeschuhe — der Einstieg ins Wasser ist steinig
Unsere Strandroute
Hier ist die Karte unserer Fahrt entlang der Küste — kann als fertige Route genutzt werden:
Sonnenuntergang an der Küste
Den Tag haben wir an einem Strand auf der Nordseite der Halbinsel ausklingen lassen. Wir hatten diesen Ort bewusst gewählt, weil die Sonne im Juni genau dort untergeht — direkt ins Meer. Wir kamen gegen 19:30, setzten uns auf die Kieselsteine und haben einfach geschaut.


Kiesel bei Sonnenuntergang — die nassen Steine glitzern

Platz für den Sonnenuntergang
- Platz für den Sonnenuntergang: GPS — genau hier geht im Juni die Sonne direkt über dem Meer unter
Praktischer Teil: So plant ihr den Ausflug
Praktische Infos
- Entfernung: Marmaris — Datça ca. 75 km, ca. 1,5 Stunden mit dem Roller
- Transport: Roller (ab 800–1000 TL/Tag, ca. 24–30 €), Auto oder Dolmuş ab Marmaris (Abfahrt vom Busbahnhof, ca. 100 TL, ca. 3 €)
- Altstadt GPS: 36.7346, 27.6543
- Eski Datça: kostenlos, immer geöffnet
- Zeitbedarf: Für die Altstadt 2–3 Stunden, für die ganze Route mit Stränden und Sonnenuntergang — ein ganzer Tag
- Essen: In Datça gibt es viele kleine Restaurants, eine Mahlzeit zu zweit ca. 300–500 TL (ca. 9–15 €)
- Benzin: Für die gesamte Hin- und Rückfahrt reicht ein Rollertank (ca. 150 TL, ca. 4,50 €)
- Anreise aus dem DACH-Raum: Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Dalaman (ca. 3,5 Stunden). Von dort sind es 90 km nach Marmaris.
- Visum: EU-Bürger brauchen kein Visum für Aufenthalte bis 90 Tage
Was man beachten sollte
- Fahrt morgens gegen 9–10 Uhr von Marmaris los. Dann schafft ihr es, durch die Altstadt zu bummeln, zu den Stränden zu fahren und zum Sonnenuntergang zu bleiben
- Nehmt Wasser und Sonnencreme mit — auf der Halbinsel gibt es wenig Schatten
- Wenn ihr mit dem Roller fahrt — tragt feste Schuhe und nehmt eine leichte Jacke für die Bergserpentinen mit (in den Bergen ist es kühler)
- Der Dolmuş ist die günstige Variante, fährt aber nicht so oft und bringt euch nicht zu den Stränden auf der Halbinsel
Tipp für Fotografen
- Tipp für Fotografen: Das beste Licht für die Altstadt ist morgens, vor 11:00 Uhr. Für Strände und Berge — das Licht vor Sonnenuntergang, nach 17:00 Uhr. Sonnenuntergang ab 19:30, auf der Nordseite der Halbinsel.
Am bequemsten ist es, sich in Marmaris einen Roller oder ein Auto zu mieten. Die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden. Außerdem fahren Dolmuşe (Minibusse) vom Busbahnhof Marmaris, Kosten ca. 100 TL (ca. 3 €).
Ein Roller/Moped kostet 800 bis 1000 TL pro Tag (ca. 24–30 €). Man braucht einen Führerschein der Klasse A. Helme sind normalerweise inklusive.
Für die Altstadt reichen 2–3 Stunden. Wer aber die Halbinsel abfahren, Strände besuchen und den Sonnenuntergang mitnehmen will — sollte einen ganzen Tag einplanen.
Von Mai bis Oktober. Wir waren im Juni — schon warm genug zum Schwimmen, aber ohne die Augusthitze und Menschenmassen. Und die Bougainvillea blüht gerade.
Ja. Wir haben alles an einem Tag geschafft: Altstadt, Küste, Sonnenuntergang. Wer es gemütlicher mag — kann in einem Boutique-Hotel in Eski Datça übernachten.
Die Strände sind meist kieselig, mit sehr klarem Wasser. Es gibt ausgestattete (mit Liegen und Café) und komplett wilde. Nehmt Badeschuhe mit — der Einstieg ins Wasser ist steinig.
Die Straße ist gut, der Asphalt glatt. Aber die Serpentinen sind steil mit vielen Kurven — man muss vorsichtig fahren, besonders ohne Erfahrung im Bergfahren. Tankstellen gibt es unterwegs.
Fazit
Wenn ihr in Marmaris seid und eine andere Seite der Türkei sehen wollt — schnappt euch einen Roller und fahrt nach Datça. Anderthalb Stunden Fahrt, ein Tag voller Spaziergänge und Strände, Sonnenuntergang auf Kieselsteinen. Wir sind erst im Dunkeln zurück nach Marmaris gekommen und haben es keine Sekunde bereut.




